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Hör auf, etwas zu tun. Hör auf, Dinge zu regeln, und lass den Garten einfach wachsen. Es wird genau das wachsen, was du gesät hast. (Seite 336)

 

Cover: Der vertauschte BräutigamZum Inhalt

Abigail Stuart aus Ohio arbeitet in den letzten Tagen des amerikanischen Bürgerkrieges als Krankenschwester in einem Lazarett. Einer ihrer Patienten, Jeremiah Calhoun, macht ihr vor seinem Tod ein seltsames Angebot: sie solle ihn heiraten, dafür würde sie seine Farm erhalten, wenn sie sich um seine Schwester und seine Mutter kümmern würde. Da Abigail nicht weiß, wohin sie nach dem Krieg gehen soll, willigt sie ein.
In Missouri angekommem, scheint es der Familie zwar seltsam zu sein, daß ihr Sohn geheiratet haben sollte, aber dennoch wird sie mit offenen Armen empfangen. Aber eines Tages taucht Jeremiah Calhoun auf - lebendig und offensichtlich jemand ganz anderes als der, den sie geheiratet hat...

 

 

 

Meine Meinung

Es ist etwas her, daß ich zuletzt ein Buch aus einem christlichen Verlag gelesen habe, weshalb es mal wieder an der Zeit dafür war. Da ich mental vom letzten Buch her noch im 19. Jahrhundert in Amerika war und es nun durchaus etwas humorig zugehen durfte, griff ich nach diesem Roman aus meinem Bücherregal. Die Erwartungen, die ich an ihn hatte, hat er auch voll erfüllt.

Der Kontrast zum vorigen Buch war in jeder Hinsicht groß genug, so daß ich gleich ab der ersten Seite ohne Übergangsschwierigkeiten dieser Geschichte folgen konnte. Allerdings wurde recht bald, neben dem inhaltlichen, der Unterschied zum zuvor gelesenen Roman deutlich. War jener eindeutig ein historischer Roman (zumal etliche historische Persönlichkeiten auftraten), so ist dieser genauso eindeutig dem Genre „Romance“ zuzurechnen, denn des Öfteren hatte ich das Gefühl, daß das Setting im (nicht ganz so) „Wilden Westen“ vor allem Kulisse war.

So gab es zu der Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist, zwar die Fotografie schon, doch war das so umständlich (und vermutlich teuer), daß ich mir nicht sicher bin, ob die schon bis in eine „hinterwäldlerische“ Gegend wie das hier beschriebene Missouri vorgedrungen war und es in einem einfachen Farmhaus Fotografien gab. Auch sonst hatte ich immer wieder das Gefühl, daß man die Erzählung mit nur wenigen Änderungen auch leicht in der heutigen Zeit hätte ansiedeln können.

Der Geschichte selbst tut dies allerdings keinen Abbruch. Die beiden Hauptfiguren Abigail und Jeremiah wurden in ihren Eigenheiten gut herausgearbeitet, auch die Nebenfiguren sind stimmig. Für einen Roman aus einem christlichen Verlag war die religiöse Komponente für meine Begriffe sehr zurückhaltend. Nur ab und zu betete eine der Figuren oder überließ das Schicksal Gott. Das kam so wenig vor, daß es mir fast schon etwas aufgesetzt erschien; auf jeden Fall ist diese Thematik so dezent dargestellt, daß das Buch für meine Begriffe auch Leser, die mit Religion wenig bis gar nichts am Hut haben, bedenkenlos lesen können (bzw. man es solchen Lesern bedenkenlos empfehlen kann). Im Sinne von „über den Tellerrand hinaus“ ist das allerdings eher schon ein Vorteil, denn mit so einer Erzählweise können auch Leser erreicht werden, die sonst nicht zu einem Roman, in dem Religion eine, wenn auch nur kleine, Rolle spielt, greifen würden.

Neben der Liebesgeschichte gibt es aber auch ernste Themen, wie Schuld und Vergebung, zu seinem Wort stehen oder  Glaubwürdigkeit. Nicht zu vergessen, daß es nach einem Krieg nicht so einfach ist, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Das wird besonders deutlich darin, daß Abigail als „Yankee“ in einen der Südstaaten kommt und nun gegen entsprechende Vorbehalte und Vorurteile ankämpfen muß.

Insgesamt gesehen habe ich den Roman gerne gelesen, er hat mir ein paar sehr angenehme Lesestunden bereitet und wird mich sicher auch zu einem weiteren Buch der Autorin greifen lassen.


Mein Fazit

Ein mit einer gewissen Portion Humor angereicherter, durchaus aber auch ernste Themen streifender, Liebesroman, der im Missouri nach dem amerikanischen Bürgerkrieg angesiedelt ist.

 

Über die Autorin

Regina Jennings hat Englisch und Geschichte studiert. Mit ihrem Mann und vier Kindern lebt sie in Oklahoma.

 

 

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