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Cover: Satans UrsprungZum Inhalt

Wer ist Satan im Neuen Testament? In dieser grundlegenden Untersuchung verfolgt die Autorin die Geschichte Satans von seinen ersten Auftritten im Alten Testament, wo er in erster Linie verhindernd agiert, bis zum Neuen Testament, wo er der erbitterte Feind Gottes und der Menschen wird, das inkarnierte Böse.
Die vier christlichen Evangelien erzählen zwei sehr verschiedene Geschichten. Ihre Botschaft ist nicht nur Liebe, sondern auch Haß. Diese Schriften, die um die Zeit des jüdisch-römischen Krieges verfaßt wurden, nutzten die Figur Satans, um ihre jüdischen Gegner zu verdammen. Die Entstehung des Antisemitismus in diesem Konflikt ist eines der wichtigen Themen dieses Buches. Pagels zeigt, wie später die Kirchenväter dieselbe Satansanklage gegen ihre römischen Feinde, Heiden und Ungläubige führten - und auch gegen die Kontrahenten in ihren eigenen Reihen. Die bedeutende Lehre der Liebe und des Mitleids ist in ihrem Ursprung mit einer nicht weniger gewaltigen Botschaft des bitteren Hasses und des weltlichen Streits verwoben. Beide haben die menschliche Geschichte gleichermaßen bestimmt.

 

Kommentar / Meine Meinung

Satan, wozu braucht es da ein Buch, ist doch sowieso alles klar. Das ist doch der mit den Hörnern, den Pferdefüßen und der Gabel. Der Fürst der Hölle, wo dauernd das Feuer brennt, und die Seelen gequält werden.

Klar - oder etwa nicht? Könnte es sein, daß an dieser Vorstellung irgendetwas nicht stimmt? Nach der Lektüre dieses Buches ist eines überdeutlich: es könnte nicht nur sein, diese landläufige Vorstellung ist auf jeden Fall eines: grundfalsch. Nun, das Kindheitsbild des „Leibhaftigen“ hatte ich schon länger abgelegt. Daß mir nun aber auch noch die letzte vorhandene Vorstellung vom Satan genommen, indem seine Geschichte erzählt wird, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Geschichte hier in dem Sinne verstanden, daß Elaine Pagels mit dem ersten Auftreten im Alten Testament beginnt und seine Entwicklung bis etwa ins zweite Jahrhundert nachvollzieht. Während es der Autorin scheinbar mühelos gelingt, ihr Thema gut lesbar und flüssig darzustellen, so tue ich mich mit einer dem Buch angemessenen Rezi eher schwer. Zu viel an (für mich) neuem Inhalt, als daß es durch einmaliges Lesen vollständig verarbeitet werden könnte; zu sehr wurde mein bisheriges „Weltbild“ erschüttert, als daß ich bereits auf neuem, sicheren Boden stünde, von dem aus sich leicht denken (und schreiben) ließe.

Satan ist in der hebräischen Bibel (also dem AT) nicht der Böse, als den man ihn im (westlichen) Christentum kennt, sondern (siehe z. B. Buch Hiob) etwa ein untertäniger Diener Gottes, ein Bote oder auch Engel. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich ein Gegensatz Gott - Satan. Vereinfacht dargestellt: es gab im Judentum verschiedene Gruppierungen, die einander teilweise sehr hart bekämpften. Durch diese Gruppenbildung kam es zur Unterscheidung wir - ihr. Wir sind die Anhänger Gottes - ihr die seines Widersachers, des Satans. Dadurch wurden diese Konflikte quasi auf eine kosmische Ebene gehoben, auf den „absoluten“ Kampf zwischen Gut und Böse. Dieses Prinzip wurde von den Urchristen übernommen; zunächst als Gegensatz wir (Christen) - ihr (Juden / Heiden), später auch innerchristlich im Verhältnis zu den sogenannten Häretikern bzw. Ketzern.

Deutlich arbeitet die Autorin heraus, wie sich in diesem Konflikt die Wurzel zum Antisemitismus späterer Jahrhunderte finden läßt. Gleichfalls wird jedoch sichtbar, wie sehr die Evangelien durch die Umstände und Geschehnisse der Zeit, in welcher sie (vermutlich) geschrieben wurden, beeinflußt sind.

Im Verlauf des Buches habe ich, quasi als Nebeneffekt, endlich begonnen, so manche Überzeugung der Gnostiker zu verstehen. War mir deren „Zwei-Gott-Lehre“ bisher doch eher fremd, vermag Elaine Pagels diese durch die Darstellung des Kampfes Gut gegen Böse nachvollziehbar zu darzustellen.

Etwas, was mir besonders deutlich wurde war, wie rasch sich doch feste Organisationsformen und Machtstrukturen herausgebildet hatten. Ich persönlich fand es etwas überraschend, daß keine hundert Jahre nach dem Tod Jesu offensichtlich bereits eine festgefügte Kirche mit einem Lehrgebäude bestand. Insoweit einzelne Gruppen diesem gefährlich werden konnten, wurden sie „eliminiert“. Über vieles (und viele dieser Standpunkte) erfuhren wir erst durch die Schriftfunde von Nag Hammadi (an deren Erforschung Elaine Pagels maßgeblich beteiligt ist). Inwieweit das nun „gut“ (im Sinne: so nah an Jesu Tod hat es also doch viel mit seinen Intentionen zu tun) oder „schlecht“ (im Sinne: keine hundert Jahre nach Jesu Tod haben seine Anhänger seine Lehre völlig verfremdet) ist, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Denn dies ist eindeutig ein Buch, daß man mehr als ein Mal lesen sollte. Zu viel ist an Inhalt darin, als daß das beim ersten Durchgang alles zu verarbeiten ist.

Das war mein drittes Buch der Autorin und wird mit Sicherheit nicht mein letztes sein; einige weitere harren des Gelesen werdens. Elaine Pagels ist eine Autorin, die schwierige Themen gut verständlich darstellen kann.

Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: dieses Buch hat meine Vorstellung von Kirche teilweise völlig verändert und läßt mich nun sehr zwischen „Amt“ und „Lehre“ unterscheiden. Insofern ist das Buch aufrüttelnd, unbequem, vielleicht in gewisser Hinsicht sogar autoritätserschütternd. Auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der geschichtlichen Entwicklung des (Ur-) Christentums und des Abendlandes, das von diesem geprägt wurde.

 

Kurzfassung

Eine gut lesbare „Sozialgeschichte“ Satans, die viele Entwicklungen im Urchristentum (mit Folgen bis in unsere Zeit hinein) plausibel erklärt.

 

Bibliographische Angaben

288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Originaltitel: The Origin of Satan. Aus dem Amerikanischen von Jens Hagestedt. Berlin Verlag, Berlin 1996. ISBN 978-3-8270-0199-3

Ursprünglich geschrieben am 07. Februar 2010

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Turano, Jen: Die falsche Gouvernante

„Es ist dir jetzt vielleicht noch nicht bewusst, aber es gibt sicher einen guten Grund für all deine Probleme. Du musst einfach abwarten, wie alles ausgeht.“ (Seite 160)

 

Cover: Die falsche GouvernanteZum Inhalt

Lady Eliza Sumner ist dem ehemaligen Verwalter der Güter und des Vermögens ihres Vaters, der sich unrechtmäßig in den Besitz von Lady Elizas Vermögen gebracht hat, nach Amerika gefolgt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen und ihr Vermögen wiederzuerlangen. Damit sie nicht gleich auffällt, hat sie eine Stelle als Gouvernante angenommen.
Mit dem Nichtauffallen klappt das jedoch nicht sehr lange, und ehe sie es sich versieht, hat sie ihre Stellung verloren und ist zu Gast bei Hamilton Beckett, der mit dem ehemaligen Verwalter ebenfalls eine Rechnung offen hat.
Je mehr sie in der Sache voran kommen, je mehr verstricken sich auch ihre persönlichen Verhältnisse. Obwohl beide fest entschlossen sind, keinen Ehepartner zu suchen. Aber möglicherweise haben das Schicksal (und die Mutter von Hamilton) da etwa ganz anderes im Sinn...

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Tuttle, Ivan S.: Die Falle

 

Cover: Die Falle

 

Zum Inhalt

Tuttle raucht viel, trinkt viel und nimmt Drogen. Mit 26 (im Jahre 1978) hat er eine Thrombose im Bein und muß stationär behandelt werden. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, bekommt er einen Rückfall und ist für einige Zeit klinisch tot. Während der Zeit erlebt er, wie er von einem Dämon in die Hölle gezerrt, dort von einem Engel wieder herausgeholt wird und den Himmel gezeigt bekommt.
In diesem Buch berichtet er von diesem Nahtoderlebnis sowie den Folgerungen, die er daraus gezogen hat.

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Pella, Judith: Bevor der Morgen dämmert (Sturmzeiten 3)

Innerlich spürte sie, dass sie, egal ob etwas Gutes oder Schlimmes auf sie wartete, wahrscheinlich überleben würde. Das war vermutlich ihr Fluch und vielleicht auch ihre Hoffnung. (Seite 383)

 

Cover: Bevor der Morgen dämmertZum Inhalt

Jacqueline noch in L. A., Blair auf den Philippinen und Cameron in der UdSSR. Wenige Wochen nach Ende des Vorgängerbandes setzt die Handlung ein, und die Hayes-Schwestern sind noch da, wo wir sie verlassen haben.
Aber Jacqueline will in Kürze zu ihrem japanischstämmigen Ehemann ins Lager ziehen, Blair wird zusehends in den Untergrund und damit die Kriegsereignisse hineingezogen, und Cameron hat mit ganz anderen Dingen als nur der sowjetischen Zensur zu kämpfen.
In einer immer schneller zusammenbrechenden Welt geht es oft nur noch um das nackte Überleben.

 

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Vogt, Fabian: Zurück

Sicher ist nur: Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht. Aber wer hat das schon. (Seite 64)

 

Cover: ZurückZum Inhalt

Am Silvesterabend 1999 erwartet Maximilian das Übliche: am nächsten Morgen wird er am 1. Januar 2000 aufwachen. Was er nicht erwartete war, daß er am 1. Januar 1999 aufwacht, am nächsten Tag am 2. Januar 1998 und immer so fort. Die Tage vergehen kalendermäßig zwar in normaler Reihenfolge, die Jahre zählen jedoch jeweils eines zurück. Was ist mit ihm geschehen?
Er versucht so gut, es eben geht, sich in diesem seltsamen Leben einzurichten und trifft im Laufe der Zeit auf verschiedene Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Immer auf der Suche nach der Antwort, was ihm da geschieht und weshalb.
Max taucht an verschiedenen Knotenpunkten der Geschichte auf, doch das Rätsel kann er nicht lösen. Schließlich faßt er einen Entschluß und gibt seiner Reise ein finales Ziel.

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Blackstock, Terri: Breaker’s Reef (Cape Refuge 4)

Für alles, was ich falsch machte, tat ich etwas anderes Falsches, um es gutzumachen. Und alles wurde nur noch schlimmer. * (Seite 153)

 

Cover: Breaker's ReefZum Inhalt

Als in einem Boot ein ermordetes Mädchen aufgefunden wird, entspricht das genau dem Mord, wie er in einem unveröffentlichten Buch des neu zugezogenen Thrillerautors Marcus Gibson beschrieben wurde. Kurz darauf wird ein zweiten Mädchen tot aufgefunden. Je weiter die Untersuchungen voranschreiten, um so mehr Indizien gibt es, die auf verschiedene Verdächtige, darunter den Polizeichef Cade selbst, hindeuten. Noch mysteriöser wird die Angelegenheit durch die Verbindung, die anscheinend zu Sheila und Sadie vom Hanover House besteht. Und dann gibt es da noch die Beziehung zwischen Cade und Blair Owens, die unter der ganzen Situation mehr als genug zu leiden hat.

 

 

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