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Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Seite 82)

 

Cover: Gefährliche ZufluchtZum Inhalt

Eine kleine Insel vor Georgia wird vom Doppelmord an Thelma und Wayne Owen erschüttert. Völlig geschockt sind die beiden Töchter Morgan und Blair, als auch noch Jonathan - Morgans Mann - unter Mordverdacht verhaftet wird. Cade, der Polizeichef, fühlt sich dabei zwar nicht sehr wohl, da Jonathan sein Freund ist, aber er meint, keine andere Wahl zu haben. Die Owens führten eine kleine Pension, in der hilfsbedürftige Menschen, von entlassenen Strafgefangenen bis zu solchen mit beginnendem Alzheimer, lebten. Dieses Haus ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge.
Morgan und Blair wollen herausfinden, weshalb ihre Eltern sterben mußten. Im Zuge dessen tauchen plötzlich alte Geheimnisse aus der Versenkung auf, die die Sache noch verkomplizieren. Nichts ist so, wie es scheint. Und dann nehmen sie noch Sadie, eine junge Ausreißerin auf, die verletzt in [i]Cape Refuge[/i] auftaucht. Je mehr Fäden entworren werden, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird es. Bis sich die Ereignisse schließlich in einer Explosion entladen ...

 

Kommentar / Meine Meinung

Wie konnte ich diese Autorin bisher übersehen? Das frage ich mich, seit ich „Gefährliche Zuflucht“ zu Lesen begonnen habe. Nun, viele Chancen, ihr zu begegnen, gab es bisher nicht. Ein Blick in die Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek weist gerade mal acht Bücher aus, davon die meisten seit langem vergriffen. Für mich völlig unverständlich. Zum Glück hat sich der noch recht junge Boas-Verlag dieser Lücke angenommen und mit „Gefährliche Zuflucht“ den ersten Band der insgesamt vierteiligen Cape Refuge Reihe herausgebracht.

Da ich vor nicht allzulanger Zeit die ersten beiden Bände der Cape Light-Serie von Thomas Kinkade und Katherine Spencer gelesen habe, hatte ich durch das „Cape“ etwas Orientierungsprobleme. Zumal die (fiktiven) Orte von Europa aus gesehen nicht so weit auseinander liegen. Auch das Setting einer Kleinstadt am der Atlantikküste ist ähnlich, aber damit hat es sich mit den Ähnlichkeiten dann auch. Sieht man mal von der trotz aller hier vorhandenen Spannung beiden Reihen gemeinsamen positiven Grundhaltung ab.

Und solche - nämlich Spannung - gab es mehr als genug. Das war das erste Mal seit langem, daß ich praktisch jede Minute, die abknappsen konnte, im Roman gelesen habe. Normalerweise lese ich, wenn ich unter einer Viertelstunde am Stück habe, ein Sachbuch. Hier habe ich teilweise zweiseitenweise gelesen - das ist mir schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert.

Die Autorin läßt nicht lange Zeit, um sich auf Cape Refuge einzurichten. Denn gleich zu Beginn passiert der Paukenschlag: ein Doppelmord an dem beliebten Pastorenehepaar Thelma und Wayne Owen. Morgens hatten sie Streit mit dem hitzköpfigen Schwiegersohn Jonathan, dem Mann der ältesten Tochter Morgan. Prompt gerät dieser unter Mordverdacht, denn die Mordwaffe war seine Harpune. Cade, der Polizeichef und privat ein Freund Jonathans, verhaftet Letzteren unter Tatverdacht. Blair, die jüngere Tochter schwört, den Mörder zu finden.

Während also alles klar zu sein scheint, ist in Wirklichkeit nichts klar. Die Owens führten die Pension „Hanover House“ für gestrauchelte Menschen. Und wer erst einmal eine Vorstrafe im Register hat, steht automatisch wieder in Verdacht. So bleibt es nicht aus, daß Mißtrauen sich ausbreitet und zwei Bewohner ebenfalls in Verdacht geraten. Zudem taucht die Ausreißerin Sadie auf und findet Zuflucht im Hanover House. Doch auch sie hat ihre Geheimnisse; daß ihr gebrochener Arm und die Blutergüsse von einem Unfall stammen, glaubt ihr kein Mensch.

Terri Blackstock breitet ein vielteiliges Puzzle vor dem Leser aus, dessen einzelne Teile immer weniger zusammenpassen zu scheinen, je mehr man erfährt. Da geht es uns genau wie Blair und Morgan bei ihrer Suche nach der Wahrheit. Am Ende läuft das auf einen hollywoodreifen Showdown hinaus mit einer Lösung, die ich so nie vermutet hätte und mich völlig überrascht hat. Obwohl eigentlich alles exakt zusammenpaßt.

Was mir an diesem Buch aufgefallen ist und besonders gefallen hat, ist eine Sache, die mir in einem Buch dieses Genres (Christian Fiction) so eigentlich noch nicht begegnet ist: Blair ist Atheistin. So, wie die Argumente und Überzeugungen von Christen bekannt sind und hier im Buch vertreten werden, so trifft ein gleiches auf die atheistische Blair zu. Ich war wirklich überrascht, wie konsequent die Autorin diese Position, welche dem Leser einiges an Reibungsfläche bietet, entwickelt und durchhält. Eben dadurch, daß nicht alle auftauchenden Figuren überzeugte Christen sind, gewinnt der Roman für mich deutlich an Glaubwürdigkeit und Tiefe, weil beide Positionen zu Wort kommen.

Ein weiteres Thema, das in dem Buch eine Rolle spielt, sind Schuld und Vergebung. Wenn man sich erst einmal mit den Amish beschäftigt hat, kennt man das. Von ihnen erwartet man solches, weil es zu deren Grundüberzeugungen gehört. Aber hier - mitten in der „normalen Welt“. Wie geht man da damit um? Ich weiß nicht, wie ich, käme ich in Situationen, wie sie den Protagonisten hier im Buch begegnen, denken und handeln würde. Jonathan war mir zu Beginn herzlich unsympathisch, was sich bis zum Ende gewandelt hatte. Das ist auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt: seine Entwicklung kommt mir beschreibungsmäßig etwas zu kurz. Ich verstehe sie zwar, aber es hätten ein paar Seiten mehr sein dürfen.

Ansonsten war ich mitten drin im Geschehen, hatte über weite Strecken das Gefühl, mitten in der Handlung als unbeteiligter Beobachter dabei zu sein. Mit anderen Worten: Kopfkino erster Güte.

Am Ende sind die Ereignisse dieses Buches zwar aufgelöst, dennoch bleiben einige Fragen offen, die in einem der nächsten Bände ihre Beantwortung erfahren. Die Autorin hat auf ihrer Website geschrieben, daß die Serie abgeschlossen ist, also keine Bände mehr folgen werden. Bleibt zu hoffen, daß der Boas-Verlag möglichst bald die weiteren Bücher veröffentlicht. Denn ich bin sicherlich nicht der einzige, der wissen möchte, wie es weitergeht auf Cape Refuge.

 

Kurzfassung

Ein spannendes Buch, das quasi nebenbei die Frage nach Schuld, Vergebung und Wahrheit stellt. Ein Page-Turner mit Tiefgang und hohem Suchtpotential. Ich wünsche dem Buch weite Verbreitung und viele Leser.

 

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Über die Autorin

Terri Blackstock wurde 1957 in Illinois geboren. Ihre ersten zwölf Jahre war sie als Mitglied einer „Air Force Familie“ ständig auf Reisen, sie ging sogar in den Niederlanden zur Schule. Mit 25 erschien ihr erster Roman als Beginn einer seither erfolgreichen Karriere. Bis 1994 schrieb sie unter Pseudonymen u. a. für HarperCollins oder Harlequin. Dann wandte sie sich dem christlichen Buchmarkt zu; eines ihrer Hauptanliegen ist es, Hoffnung statt Verzweiflung anzubieten.

Bibliographische Angaben

Dies sind die vier Bände von Cape Refuge:
1. Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge)
2. Blackstock, Terri: Die einzige Hoffnung (Southern Storm)
3. Blackstock, Terri: Falsche Wahl (River's Edge)
4. Blackstock, Terri: Breaker’s Reef

Eine Aufstellung aller Bücher von Terri Blackstock finden Sie hier: Blackstock, Terri und ihre Bücher

383 Seiten, kartoniert. Originaltitel: Cape Refuge; aus dem Amerikanischen von Rebekka Wetter. Verlag: Boas Verlag, Burbach 2011

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Rubart, James L.: Das Haus an der Küste

Ganz schön traurig, dass wir uns darüber definieren, was wir tun, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, statt damit, was uns lebendig macht. (Seite 49)
Erinnere dich daran, wer du bist. (Seite 149)

 

Cover: Das Haus an der KüsteZum Inhalt

Micha hat alles erreicht, was man im Leben erreichen kann: geschäftlichen Erfolg, viel Geld, eine feste Beziehung. Ein perfektes Leben.
Bis er eines Tages von einem Großonkel ein seltsames Haus in Cannon Beach, etwa 300 km entfernt am Pazifik, erbt. Ein Haus, das sich verändert; ein Haus, in dem täglich neue Zimmer auftauchen. In einer Eisdiele lernt er Sarah kennen, die so ganz anders ist als seine derzeitige Freundin Julie. Micha wird gezwungen, sich seiner lange verdrängten Vergangenheit zu stellen. Und der Frage, welches Leben er künftig wo führen will: sein altes in Seattle oder sein neues in Cannon Beach. Es geht um alles oder nichts - bis hin zur letzten Konsequenz.

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Grichting, Martin: Im eigenen Namen, in eigener Verantwortung

Aufgabe des Staates ist es, eine Ordnung zu garantieren, in der religiöse wie religiös "unmusikalische" Menschen auf dem gleichen Territorium friedlich zusammenleben und dabei offen zu ihren Überzeugungen stehen können. (S. 24)

 

Cover: Im eigenen Namen, in eigener VerantwortungZum Inhalt

In der heutigen immer pluralistischer werdenden Welt stellt sich zusehends die Frage, wie es mit der Kompatibilität einer Religionsgemeinschaft aussieht, die eine absolute Glaubenswahrheit verkündet. In kurzer, prägnanter Form gibt der Autor Antworten, wie die katholische Kirche und der Katholik auf die Herausforderungen des säkularen Staates reagieren und sich in der Gesellschaft einbringen soll.

Bibliographische Angaben
Autor/ -in: Grichting, Martin:
Titel: Im eigenen Namen, in eigener Verantwortung
Erscheinungsdatum: 15. Januar 2018
Verlag: Fontis Verlag, Basel
Ausstattung, Umfang: 59 Seiten, kartoniert
Format: ca. 13 x 19 cm
ISBN: 9783038481430
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Franke, Thomas: Das Haus der Geschichten

Hoffnung geschieht jetzt. Sie ist der stetige Blick auf das Hauptsächliche, wenn es noch von Nebensächlichkeiten verdeckt ist. (Seite 273)

 

Cover: Das Haus der GeschichtenZum Inhalt

Marvin Heider lebt alleine in Berlin und erhält eines Tages die Stelle als Gehilfe eines etwas sonderbaren älteren Herrn in dessen Antiquariat. Dort gibt es nicht nur Unmengen von Büchern, sondern auch eine „narratorische Apotheke“ - eine Sammlung von Geschichten, die als Medizin bei Krankheiten wie „stark reduzierter Imagination“, „partiellen Vertrauensdefiziten“, „geistlicher Hörsturz“ oder ähnlich kompliziert klingenden Krankheiten helfen sollen.
Marvin war, als er das erfuhr, genauso erstaunt wie der geneigte Leser dieser Zeilen, und für beide wird es ein ganz besonderes Erlebnis herauszufinden, was es mit dieser narratorischen Apotheke denn auf sich hat. Bei dieser Suche spielen übrigens auch eine Katze namens Poseidon sowie Linnéa, die Enkelin des Antiquars, eine gewisse Rolle. Aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

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Büchle, Elisabeth: Das Mädchen aus Herrnhut

Vertrau weiter, Luise. Unser Gott hält nicht alle Widrigkeiten von uns fern, aber er macht dennoch keine Fehler. Und manchmal gewährt er uns die Gnade, schon zu Lebzeiten zu erkennen, wie viel Gutes er uns damit geschenkt hat. (Seite 107)

 

Cover: Das Mädchen aus HerrnhutZum Inhalt

Im Jahre 1731 kommt Luise zur Herrnhuter Brüdermeine, nachdem sie die Franckeschen Anstalten verlassen mußte. Dort lernt sie Christian kennen, der sie zur Frau gewinnen möchte, obwohl um Luises unbekannte Herkunft ein nicht ungefährliches Geheimnis rankt. Über zweihundertsiebzig Jahre später stoßen die Lehrerin Emma Fischer und der Historiker Dr. Daniel Ritter bei den Nachforschungen über eine verschwundene Holzfigur auf die Lebensgeschichte der beiden und die seltsamen Verbindungen durch die Zeitläufte hinweg, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reichen. Ein Geheimnis um einen verschwundenen Schatz scheint sich um jene ominöse Figur zu ranken, ein Geheimnis, das anscheinend Luise das Leben kostete und nur auch Emma und Daniel zum Verhängnis zu werden droht.

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Blackstock, Terri: Nur wenn ich fliehe (Rezension von Bernhard Gregor)

Ich bin derjenige von uns beiden, der in drei Auslandseinsätzen im Krieg war. Er ist der, der jetzt tot ist. (Seite 38)

 

Cover: Nur wenn ich flieheZum Inhalt

Casey Cox findet ihren besten Freund ermordet vor. Doch anstatt die Polizei zu rufen, flieht sie und macht sich damit verdächtig. Bald ist ihr nicht nur die Polizei auf den Fersen, sondern auch ein von der Familie des Ermordeten angeheuerter Detektiv. Doch je näher er an Casey Cox herankommt, um so mehr Zweifel kommen ihm, ob sie wirklich die Mörderin ist.

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