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„Ohne Gott kann Demokratie nicht lange bestehen.“ (Ronald Reagan, Seite 186)

Cover: Im Hauch eines AugenblicksZum Inhalt

Jahrelang hatte Hanna Kessler ihr Kindheitsgeheimnis tief in ihrem Innersten vergraben. Aber als die Schatten der Vergangenheit die zu zerstören drohen, die sie liebt, muß Hanna sich zu einem schwierigen Schritt durchringen. Sie muß sich den Erinnerungen an jenen Sommer stellen, der ihr Leben für immer veränderte. Und dem Mann, der bis heute ihre Gedanken beherrscht.
Als FBI-Agent weiß Michael Parker, was es bedeutet, einen Rückschlag zu erleiden. Schwierige Fälle und zerbrochene Beziehungen pflastern seinen Lebensweg. Erst an der Seite von Hanna fühlt er sich geborgen. Doch als das System versagt und ein Rechtsextremist auf freien Fuß gesetzt wird, wächst sein Wunsch nach Vergeltung ins Unermeßliche.
Der gut geplante Anschlag eines Rassisten zwingt Hanna und Michael, sich zu entscheiden. Wollen sie Rache üben oder der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen? Letzteres wäre ihre Chance auf Heilung. Aber ist Gerechtigkeit wirklich genug, wenn sich der Angriff gegen sie persönlich richtet?

 

Die Defender of Hope Trilogie:
1) Der Tag, der alles veränderte
2) Die Stunden, die zählen
3) Im Hauch eines Augenblicks

Vorbemerkung

Die gespoilerten Textstellen (durch "[ ]" markiert) verraten wesentliche Inhalte des Buches. Um diese Stellen lesen zu können, bitte einfach mit gedrückter linker Maustaste darüer fahren (die Stellen quasi markieren). Der Text wird dann lesbar.

 

Kommentar / Meine Meinung

Verwechsle Gerechtigkeit nicht mit Rache.(Seite 281)
Aber was ist, wenn das System, das für Gerechtigkeit sorgen soll, versagt? Was ist, wenn durch dieses Versagen Menschen sterben? Harter Tobak? Oh ja, sowohl das Thema als auch das Buch, bei dem ich mehr als ein Mal eine Pause einlegen mußte, um das Gelesene zu verarbeiten.

Habe ich in der Rezension zum zweiten Band von einer „emotionalen Achterbahnfahrt, die öfter nach unten denn nach oben ging“ geschrieben, blieb hier von einer Achterbahnfahrt nicht mehr viel übrig. Es gab über weite Strecken nur eine Richtung: nach unten. Es konnte immer noch schlimmer kommen. Thrillererfahrene mögen das meiste als „harmlos“ empfinden, ich hatte bisweilen das Gefühl, kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen, so angespannt war ich und konnte nicht so schnell lesen, wie ich wissen wollte, wie es weitergeht.

Um mit dem einzigen Kritikpunkt zu beginnen, der mir aus dem Stegreif einfällt:
(Achtung: Gibt Hinweise auf das Ende!) [ Es gibt beim FBI zwei „Maulwürfe“, jedoch wird nur einer von beiden enttarnt und gefaßt. Ich bin nicht sicher, ob die fehlende Information, was mit dem zweiten passiert bzw. daß der nicht enttarnt wurde, realitätsnah sein soll oder einfach übersehen wurde.]

Es ist eine Menge, was die Autorin den Lesern auf den rund 330 Seiten zumutet. Immer wieder taucht die Frage auf: Rache oder Gerechtigkeit oder Vergebung oder etwa eine Mischung daraus? Wie geht man mit dem Bösen um, wenn es plötzlich ganz nah heran kommt - an die eigene Familie, an einen selbst? Besonders intensiv empfand ich das dann auch deswegen, weil mir die Protagonisten schon wie gute alte Bekannte, eher Freunde, vorkamen, und mir das Schicksal teilweise recht nahe ging. Wie schon zum ersten Buch geschrieben, lief auch hier wieder ein Kopfkino ab, das mich an einer amerikanischen Thriller erinnerte. Die Personen wurden lebendig, durch die wechselnden Perspektiven war man der jeweils anderen Seite bisweilen etwas im Erkenntnisstand voraus, was die Spannung zusätzlich erhöhte. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, daß die Übersetzung zu sehr am Original klebte, aber das mag subjektives Empfinden sein, weil ich direkt zuvor ein englischsprachiges Buch gelesen und teilweise noch das englische Sprachgefühl hatte.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen, wie im letzten angedeutet, Michael und Hanna. Langsam kommt zutage, daß beide ihr Päckchen mit sich herumschleppen, wobei „Päckchen“ maßlos untertrieben ist. Man sollte die Trilogie auf jeden Fall in der richtigen Reihenfolge lesen, denn es wird immer wieder auf Personen und Begebenheiten der Vorgängerbände Bezug genommen. So weiß man auch schon, um welche Problematik es bei Hanna geht, nur daß ich ein paar Indizien aus „Die Stunden, die zählen“ falsch interpretiert habe. So, wie es sich hier enthüllt, ergibt etliches, was für mich bisher nicht zusammenpaßte, einen Sinn. Schlimm, weil realitätsbezogen, wurde es für mich, weil vor einiger Zeit
(Achtung: Gibt Hinweise auf einen der Täter, im Buch erst auf ca. Seite 45) [ein Abgeordneter wegen pädophiler Bilder auf der Festplatte seines PC in Schwierigkeiten kam und verurteilt wurde. Manche Ausrede und Verhalten haben mich hier ans Buch erinnert, bzw. umgekehrt.]

Oder Denken und Vorgehen der Bewegung „Amerika den Weißen“. Rassenhaß ist ein weiteres zentrales Thema im Buch. Es hat mich etwas überrascht, wie offen das angesprochen und behandelt wurde. Hier tritt mit aller Häßlichkeit der Rassenwahn entgegen, und der Kopf der Bewegung, die Amerika von allen „minderwertigen Rassen“ säubern will, nimmt zumindest gedanklich offen Bezug auf Adolf Hitler. Das FBI, die Abteilung von Steven, Michael und Clint, sowie die Terrorbekämpfung haben jedenfalls alle Hände voll zu tun, vor allem, wenn sich die Zuständigkeitsbereiche überlappen. Auch hier kommt der Autorin wieder ihre berufliche Kenntnis des Polizeiwesens zugute.

Wie schon in den Vorgängerbüchern, so kommt Amy Wallace auch hier nahezu völlig ohne Gewaltdarstellung oder Beschreibung des Zustandes der Opfer aus. Dennoch ist mir mehr als einmal ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter gelaufen, wenn ich das Geschriebene einfach weitergedacht oder in die Praxis „übersetzt“ habe. Das Schlimmste dabei war für mich die große Realitätsnähe. Das, was die Rassisten dort in Washington D.C, von sich gaben, entspricht weitgehend dem, was ich aus Äußerungen hiesiger Rechtsradikaler kenne. Aus kalten Zeitungsberichten wurden dank der mich emotional berührenden Protagonisten plötzlich erschreckend reale Gefahren. (Man denke auch an den Heckenschützen, der in Malmö verhaftet wurde.)

Bei dem Grundkonflikt - Rache, Gerechtigkeit oder Vergebung - kommt es, daß die Distanz zu den Protagonisten sehr klein ist; zumindest habe ich noch mehr als in den bisherigen Büchern mitgelitten und mich viel zu selten mitfreuen können. Immer mehr spitzt sich der Konflikt zu und zwingt darüber nachzudenken, wie man selbst entscheiden und ggf. handeln würde. „Verwechsle Gerechtigkeit nicht mit Rache. Und lass nicht zu, dass dein Temperament deinen Verstand vernebelt.“ (Seite 281)

Gerechtigkeit - Rache - Vergebung. Es bleibt nicht aus, daß mir auch hier die Amisch in den Sinn kamen. „Die Gnade der Amish“ genauer gesagt; in jenem Buch wird das Thema ausführlich behandelt. „Vergebung bedeutet, dein Recht auf Vergeltung aufzugeben.“, so heißt es in dort an einer Stelle. Eine Erkenntnis, zu der die Protagonisten hier erst durch schmerzhafte Entwicklungen gelangen müssen, wollen sie die Ereignisse der Vergangenheit endgültig abschütteln und künftig ein glückliches Leben führen können. Ein Leben, bei dem ich sie wohl nicht mehr werde begleiten können, denn eine Trilogie ist mit drei Büchern in der Regel vollendet. So zufrieden, aber vor allem auch nachdenklich, wie ich das Buch zugeklappt habe, so traurig bin ich, daß ich den Walkers, Kesslers und Rollins künftig wohl nicht mehr begegnen werde. Da hilft nur eines: baldiges Wiederlesen.

 

Mein Fazit

Der Schlußband der Trilogie setzt mE noch auf die ersten beiden oben drauf. Spannung und Anregung zum Nachdenken - für mich hier eine absolut gelungene Mischung. Ich hoffe auf mehr von der Autorin.

 

Bibliographische Angaben

Aus dem Amerikanischen von Silvia Lutz
334 Seiten, kartoniert, Verlag der Francke Buchhandlung GmbH, Marburg 2010

Die Bände der Trilogie:
Wallace, Amy: Der Tag, der alles veränderte
Wallace, Amy: Die Stunden, die zählen
Im Hauch eines Augenblicks

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Harter, Karen: Und über uns die Wolken

Millard hat sich blindwütig durchs Leben gegraben und diesen Maulwurfshügel hinterlassen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. (Seite 84)

 

Cover: Und über uns die WolkenZum Inhalt

Die alleinerziehende Celine fällt aus allen Wolken, als ihr 15-jähriger Sohn Tim sich wegen Ladendiebstahls vor Gericht verantworten muß. Tims einzige Möglichkeit, einer Haftstrafe zu entgehen, ist eine Bewährungsfrist unter strengen Auflagen. Celine ist überglücklich, als ihr Nachbar Willard anbietet, ihren auf die schiefe Bahn geratenen Sohn zu hüten, während sie auf der Arbeit ist. Diese Aufgabe reißt den Rentner aus seinem gemütlichen Ruhestand. Die soziale Arbeit, zu der Tim verurteilt wurde, muß er unter Anleitung des Polizisten Alex Estrada verrichten. Demjenigen, welcher ihn verhaftet hatte und der ihn anscheinend überhaupt nicht ausstehen kann. Doch gerade, als die Notgemeinschaft zu einer Art Ersatzfamilie zusammenwächst, steht Tims Vater vor der Tür. Der Mann, vor dem Celine sich endlich sicher geglaubt hatte.

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Pagels, Elaine: Satans Ursprung

Cover: Satans UrsprungZum Inhalt

Wer ist Satan im Neuen Testament? In dieser grundlegenden Untersuchung verfolgt die Autorin die Geschichte Satans von seinen ersten Auftritten im Alten Testament, wo er in erster Linie verhindernd agiert, bis zum Neuen Testament, wo er der erbitterte Feind Gottes und der Menschen wird, das inkarnierte Böse.
Die vier christlichen Evangelien erzählen zwei sehr verschiedene Geschichten. Ihre Botschaft ist nicht nur Liebe, sondern auch Haß. Diese Schriften, die um die Zeit des jüdisch-römischen Krieges verfaßt wurden, nutzten die Figur Satans, um ihre jüdischen Gegner zu verdammen. Die Entstehung des Antisemitismus in diesem Konflikt ist eines der wichtigen Themen dieses Buches. Pagels zeigt, wie später die Kirchenväter dieselbe Satansanklage gegen ihre römischen Feinde, Heiden und Ungläubige führten - und auch gegen die Kontrahenten in ihren eigenen Reihen. Die bedeutende Lehre der Liebe und des Mitleids ist in ihrem Ursprung mit einer nicht weniger gewaltigen Botschaft des bitteren Hasses und des weltlichen Streits verwoben. Beide haben die menschliche Geschichte gleichermaßen bestimmt.

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Büchle, Elisabeth: Das Mädchen aus Herrnhut

Vertrau weiter, Luise. Unser Gott hält nicht alle Widrigkeiten von uns fern, aber er macht dennoch keine Fehler. Und manchmal gewährt er uns die Gnade, schon zu Lebzeiten zu erkennen, wie viel Gutes er uns damit geschenkt hat. (Seite 107)

 

Cover: Das Mädchen aus HerrnhutZum Inhalt

Im Jahre 1731 kommt Luise zur Herrnhuter Brüdermeine, nachdem sie die Franckeschen Anstalten verlassen mußte. Dort lernt sie Christian kennen, der sie zur Frau gewinnen möchte, obwohl um Luises unbekannte Herkunft ein nicht ungefährliches Geheimnis rankt. Über zweihundertsiebzig Jahre später stoßen die Lehrerin Emma Fischer und der Historiker Dr. Daniel Ritter bei den Nachforschungen über eine verschwundene Holzfigur auf die Lebensgeschichte der beiden und die seltsamen Verbindungen durch die Zeitläufte hinweg, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reichen. Ein Geheimnis um einen verschwundenen Schatz scheint sich um jene ominöse Figur zu ranken, ein Geheimnis, das anscheinend Luise das Leben kostete und nur auch Emma und Daniel zum Verhängnis zu werden droht.

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Büchle, Elisabeth: Die Magd des Gutsherrn

Cover: Die Magd des Gutsherrn

Zum Inhalt

Als der Tierarzt Dr. Lukas Biber eine halberfrorene junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat und mit einem seltsamen Wiener Dialekt spricht, findet, kann er noch nicht ahnen, wie sehr sich dadurch sein Leben verändern wird. Seit einem Jahr Witwer, ist er ein brummiger, zurückgezogen lebender Mann geworden, der sich schwer tut, sich um sein Baby zu kümmern. Da Therese, wie man die junge Frau nennt, nicht weiß wohin, bleibt sie erst mal auf seinem Gutshof als Kindermädchen und Hausmagd.
Langsam taut er auf, doch zwischen ihnen steht die ungeklärte Herkunft der Frau, die nicht weiß, ob sie schon verheiratet ist. Und am Horizont ziehen die Wolken des deutschen Bruderkriegs 1866 auf, in den Theresa mehr verwickelt ist, als sie ahnt. Denn im fernen Berlin und Wien ist ihr Bruder als Spion für die Österreicher tätig.

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Häbich, Ursula: Die Vision lebt weiter

Sie gingen so fröhlich, zuversichtlich, glücklich, voller Liebe für die Menschen um sie herum und kamen so still und leblos zu uns zurück. (Seite 89)

 

Cover: Die Vision lebt weiterZum Inhalt

Am 12. Juni 2009 wurde im Jemen eine Ausflugsgruppe von Mitarbeitern eines örtlichen Krankenhauses überfallen und entführt. Drei Tage später fand man drei Leichen: die der Südkoreanerin Jang-Sang sowie die von Anita Grünwald und Rita Stumpp.
Das Buch erzählt von den beiden jungen deutschen Frauen, ihrer Herkunft und Motivation. Es berichtet von den schrecklichen Stunden ihrer Angehörigen während der Zeit der Ungewißheit, von der Trauer nach dem Eintreffen der Todesnachricht. Und davon, wie einige Zeit danach eine Vision, die Anita Grünwald hatte, begann, Wirklichkeit zu werden.

 

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