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Vertrau weiter, Luise. Unser Gott hält nicht alle Widrigkeiten von uns fern, aber er macht dennoch keine Fehler. Und manchmal gewährt er uns die Gnade, schon zu Lebzeiten zu erkennen, wie viel Gutes er uns damit geschenkt hat. (Seite 107)

 

Cover: Das Mädchen aus HerrnhutZum Inhalt

Im Jahre 1731 kommt Luise zur Herrnhuter Brüdermeine, nachdem sie die Franckeschen Anstalten verlassen mußte. Dort lernt sie Christian kennen, der sie zur Frau gewinnen möchte, obwohl um Luises unbekannte Herkunft ein nicht ungefährliches Geheimnis rankt. Über zweihundertsiebzig Jahre später stoßen die Lehrerin Emma Fischer und der Historiker Dr. Daniel Ritter bei den Nachforschungen über eine verschwundene Holzfigur auf die Lebensgeschichte der beiden und die seltsamen Verbindungen durch die Zeitläufte hinweg, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reichen. Ein Geheimnis um einen verschwundenen Schatz scheint sich um jene ominöse Figur zu ranken, ein Geheimnis, das anscheinend Luise das Leben kostete und nur auch Emma und Daniel zum Verhängnis zu werden droht.

 

Kommentar / Meine Meinung

Die Autorin schreibt über dieses Buch, daß es bei ihren Stammlesern „sehr zwiegespaltene Meinungen und Reaktionen“ hervorgerufen habe. Da das erst das zweite Buch der Autorin ist, welches ich gelesen habe, vermag ich das nicht so richtig zu beurteilen, daß ich allerdings ein Buch mit Thrillerelementen vorfinden würde, habe ich sicherlich nicht erwartet.

Aber manchmal ist es etwas Positives, wenn Erwartungen solcherart nicht erfüllt werden. Hier habe ich es aus jeden Fall als sehr positiv empfunden. Sehr geschickt ist nach meiner Meinung die Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine ins Buch verwoben. Man erhält im ersten Teil, der um 1731/1732 spielt, einen Einblick in die Lebensweise der Brüder und Schwestern, die - das wage ich einfach zu behaupten - würde sie so heute noch bestehen, auch in unseren Tagen eine Herausforderung an die Gesellschaft im Bezug auf den Umgang miteinander wäre. Denn, das sei hier angemerkt, wie meine ersten „Nachforschungen“ zu den Herrnhuter ergeben haben, sind diese heute eine „normale“ evangelische Kirche wie andere auch.

„Wie überhaupt seinerzeit jenes Feuer, das heute weithin erloschen zu sein scheint, allgegenwärtig brannte. Irgendwann beim Lesen stellte sich mir die Frage, wann dieses Feuer eigentlich heruntergebrannt, die Begeisterung verschwunden und sich eine Art „statisches Leben“, in dem für Wunder kein Platz mehr war, eingestellt hatte.“ So habe ich in meiner Rezi zur „Flamme der Hoffnung“ geschrieben, und daran mußte ich auch hier wieder denken. Schade, daß das „Feuer des Anfangs“ anscheinend immer nur wenige Jahre oder Jahrzehnte brennt und dann alles in „Tradition“ und „Normalität“ erstarrt.

Das Buch selbst besteht aus zwei Teilen, die durch einen Prolog sowie eine Epilog, der 1213 angesiedelt ist, eingerahmt werden. Was es mit diesen aufhat, erschließt sich erst im Laufe des Buches. So seltsam und unverständlich der Prolog erscheint - mit dem Epilog schließt sich dann der Kreis. Selten ist mir solche auf den ersten Blick so unverständlich, aber nach dem Lesen des Buches so gut durchdacht begegnet.

Der erste Teil spielt 1731/1732, meist in Herrnhut. Es treten historische Personen auf, über deren Daten und Wirken in der Einführung einige Angaben zu finden sind. Das Geschehen entwickelt sich angemessen und folgerichtig, die Figuren wurden mir sehr plastisch und vertraut. Am Ende des Teiles hatte ich, obwohl erst auf Seite 147, das Gefühl, einen dicken Roman gelesen zu haben. Luise und Christian waren mir so ans Herz gewachsen, daß ich eigentlich nicht die rechte Lust verspürte, in die Jetztzeit zu „springen“.

Etwaige Befürchtungen waren jedoch unbegründet. So, wie unsere Zeit ein deutlich höheres Tempo als das 18. Jahrhundert aufweist, so nimmt die Handlung nun drastisch an Geschwindigkeit zu; der „gemächliche“ Beginn täuscht darüber hinweg. Das Tempo und die Spannung wurden (für mich als Nicht-Thriller-Leser) teilweise dermaßen hoch, daß ich das Buch wohl bald ein zweites Mal lesen muß, weil die Augen an manche Stellen so schnell über die Zeilen huschten, daß ich die Details kaum mitbekam. Aber ich mußte einfach wissen, wie es weitergeht.

Emma Fischer, eine Lehrerin, die von ihren Schülern mit dem Spitznamen „Turbo-Fisch“ belegt wurde sowie ein Dr. Daniel Ritter, Historiker, sind jetzt die Träger der Handlung. Der ersten zufälligen Begegnung folgen weitere Kontakte, bis sie schließlich gemeinsam das Rätsel der verschwundenen Holzstatue zu lösen suchen. War diese schon bei Luise und Christian der Auslöser für die teils dramatischen Geschehnisse, so wird es jetzt nicht minder gefährlich. Unfälle, Tod und Verderben haben diese Figur anscheinend durch die Jahrhunderte begleitet. Emma und Daniel werden so weit hineingezogen, daß sie schließlich selbst in Lebensgefahr geraten und nur noch die Lösung des Rätsels das Ganze zu einem Ende bringen kann.

Was mir sehr gut gefallen hat war, daß beide nicht als „überlegene Helden“ agiert haben, sondern als Menschen wie Du und ich. Also nicht in jeder Situation alles im Griff, alles im Blick und sowieso Alleswissend, sondern wie Menschen, die mehr oder weniger zufällig einer Sache auf die Spur kommen, die aus dem Ruder läuft, und die jetzt irgendwie versuchen, das zu einem guten Ende zu bringen. Das einzig vielleicht etwas Irreale war, daß sie immer im richtigen Moment über ausreichende finanzielle Mittel verfügten für Hotel, Flugzeuge, Zugfahrten. Aber wenn die zwischendurch erst noch ein paar Gehaltszahlungen hätten abwarten müssen, das wäre wohl auch nicht so ganz das Wahre gewesen.

Am Ende haben sich alle Fäden entwirrt und die Geheimnisse sind zufriedenstellend gelöst, wenngleich etwas anders, als Protagonisten wie Leser ursprünglich vermutet haben. Und genau dieses letztlich „Unspektakuläre“ ist für mich ein weiteres Plus des Buches.

Als ich über diese Rezi nachgedacht habe, fielen mir immer wieder Vergleiche mit anderen, meist amerikanischen, Autoren ein. Auch in Werbetexten von Verlagen liest man immer wieder „spannend wie XY“ oder „die deutsche was weiß ich wer“. Auch wenn mir ein paar solcher Vergleiche einfielen, möchte ich ganz bewußt keinen nennen. Denn wenn die Autorin eines mit Sicherheit nicht nötig hat, dann sind das solche Vergleiche; ihre Bücher stehen sehr gut für sich und brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Im Gegenteil: endlich mal eine Autorin, die den amerikanischen Paroli bieten kann. Ich habe inzwischen alle ihre erschienenen Bücher hier und hoffe, daß noch viele kommen werden.

Eines meiner erklärten Ziele ist, dass ich meine Leser "froh" aus meinen Geschichten verabschieden will. So turbulent, gefährlich oder dramatisch es auch in meinen Romanen manchmal zugeht, ich bin der Meinung, dass die Leser etwas "Gutes" aus ihnen mitnehmen sollen, denn der Alltag ist gelegentlich schon düster genug! So hat sich die Autorin kürzlich über ihre Bücher geäußert. Das kann ich in der Form unterschreiben, als das genau die Anforderungen sind, die ich als Leser an ein Buch stelle. Und so habe ich das Buch trotz des am Ende hohen Tempos froh und zufrieden in der Hoffnung zugeklappt, daß es möglichst viele Leser finden möge.

 

Kurzfassung

Eine sehr gelungene Mischung zwischen historischem und Spannungsroman. Gehört mE mit zur Spitzenklasse des Genres.

Hätte Zinzendorf sich damals dem Druck, der auf ihn ausgeübt wurde, gebeugt, hätte er nicht seine Vision mit Eifer, Gottvertrauen und Liebe verfolgt, wäre die Welt um vieles ärmer geworden. (Seite 372)

 

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Bibliographische Angaben

377 Seiten, gebunden Verlag: Gerth Medien GmbH, Aßlar 2010

Eine Aufstellung aller Bücher von Elisabeth Büchle finden Sie hier: Büchle, Elisabeth und ihre Bücher

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Nachtigall, Patrick: Keine Angst vor dem Islam

Cover: Keine Angst vor dem Islam

 

Zum Inhalt

Fast täglich hört oder liest man über den Islam. Der Autor bietet in seinem Buch einen ersten Zugang zum Islam und erklärt einige wesentliche historische und religiöse Dinge. Darüberhinaus gibt er einen Ausblick, wie sich der Islam in verschiedenen Teilen der Welt in Zukunft entwickeln könnte.

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Woodsmall, Cindy: Wie Federn im Wind

„Niemand ist frei, Cara. Und die, die glauben, sie wären frei, haben nur nicht lang genug darüber nachgedacht.“ (Seite 312)

Cover: Wie Federn im Wind

Zum Inhalt

Das Leben hat Cara Moore nichts geschenkt. Schon früh verliert sie ihre Mutter durch einen Unfall. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in Pflegefamilien. Cara heiratet jung, doch nach dem frühen Tod ihres Mannes ist sie gezwungen, mit ihrer Tochter Lori ein Vagabundenleben zu führen. Immer auf der Flucht vor einem Mann, der sie verfolgt, kann sie an keinem Ort lange bleiben.
Eine geheimnisvolle Adresse im Tagebuch ihrer Muter schenkt Cara und Lori neue Hoffnung. Ihre Suche führt sie direkt ins Herz des Amischlandes, nach Pennsylvania. Aber was hatte Caras Muter mit den Amisch zu schaffen? Und warum begegnen ihr die Bewohner von Dry Lake mit Angst und Mißtrauen?
Nur Ephraim Mast, ein junger Schreiner, bietet Cara und Lori seine Hilfe an. Zwei Welten prallen aufeinander. Für Cara beginnt eine Reise zu den Geheimnisses ihrer Vergangenheit und ein Heilungsprozeß für die Wunden der Gegenwart.

 

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Austin, Lynn: Rhapsodie der Freundschaft

„Also wenn es einen [Gott] gibt, dann gleicht er meinem Vater aufs Haar. Sie sind beide reich, mächtig und kommandieren die Leute gerne herum wie Figuren auf einem Schachbrett. Keiner von beiden hat mir besonders viel Liebe entgegengebracht, und die Entscheidungen, die sie für mich getroffen haben, dienten stets ihren eigenen Interessen, nicht meinen. Zusammen haben sie mein Leben ruiniert.“ (Helen, Seite 11f)

Cover: Rhapsodie der FreundschaftZum Inhalt

Michigan 1941. Vier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
Virginia ist mit Leib und Seele Hausfrau und Mutter. Doch sie sehnt sich nach Anerkennung ihrer Arbeit durch ihre Familie. Die frisch verheiratete Rosa will der Mißbilligung ihrer Schwiegereltern entkommen. Doch was soll die lebenslustige New Yorkerin ohne ihren Mann in der Einöde des Westens mit sich anfangen? Helen leidet unter ihrer Einsamkeit als alleinstehende, ältere Frau. Ihr Reichtum kann ihr nicht das geben, wonach sie sich sehnt. Jean, die Jüngste, träumt davon zu studieren und mehr aus ihrem Leben zu machen. Muß sie dafür auf eine eigene Familie verzichten?
Der Angriff auf Pearl Harbor erschüttert die Lebensentwürfe der Frauen. Ihre Arbeit in einer Schiffswerft führt sie zusammen. Mit der Zeit wird dem ungleichen Quartett bewußt, daß sie trotz aller Unterschiede einander viel Kraft und Hoffnung schenken können - als Freundinnen. So gewinnen sie wertvolle Erkenntnisse über sich selbst, das Leben, die Liebe und den Glauben.

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Pella, Judith: Heimat meines Herzens (Sturmzeiten 4)

„Dann bedeutet Ihr Wort also nichts?“
Der amerikanische Agent lachte.
„Natürlich bedeutet es nichts, ich bin ein Spion.“
(Seite 134)

 

Cover: Heimat meines Herzens

Zum Inhalt

Als die Ereignisse dieses Buches beginnen, ist der 2. Weltkrieg etwa seit einem Jahr zu Ende. Aber anstelle des heißen Krieges ziehen am Horizont die Wolken des beginnenden Kalten Krieges auf. Alex ist hinter dem Eisernen Vorhang gefangen. Im verzweifelten Versuch, eine Ausreisemöglichkeit zu finden, läßt er sich auf eine Agententätigkeit für die Amerikaner ein; jedoch wird er verraten. Ein letztes Mal versucht Cameron, in die UdSSR zu reisen, dieses Mal begleitet von ihren beiden Schwestern, um Alex irgendwie herauszuholen. Jetzt geht es um Alles oder Nichts.

 

 

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Rubart, James L. "Das Vermächtnis des Zimmermanns"

Du kannst Deinem Schicksal eine Weile ausweichen, aber du kannst ihm nichtg ewig entfliehen. (Seite 235)

 

Cover: Das Vermächtnis des ZimmermannsZum Inhalt

Als eines Tages eine ältere Dame in Corins Antiquitätengeschäft tritt und ihm einen Stuhl überläßt, beginnt seine Welt aus den Fugen zu geraten. Es hat den Anschein, als ob ein kranker Junge, nachdem er auf dem Stuhl saß, wie durch ein Wunder geheilt wurde. Auch der seit Jahren währende Zwist mit seinem Bruder erleichtert die Situation nicht gerade, denn wenn der Stuhl einen Jungen heilen kann, dann seinen Bruder vielleicht auch? Aber dazu müßte der erst mal wieder mit ihm reden. In der Zwischenzeit tauchen merkwürdige Gestalten auf, die unter allen Umständen in den Besitz des Stuhls kommen wollen und in der Wahl ihrer Methoden zusehends weniger Skrupel kennen.

 

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