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Die Menschen in meinem Umfeld, diejenigen, die mich lieben und die ich liebe, sind letztendlich wichtiger, als Reichtum anzuhäufen und Macht auszuüben. (Seite 244)

 

Cover: Der Klang des PianosZum Inhalt

Der Instrumentenbauer Richard ist nicht sehr begeistert, als er 1911 eine entfernte irische Verwandte seines Chefs als Dolmetscher und Fremdenführer zwei Wochen lang bei deren Besuch in Freiburg begleiten soll.
Im Frühjahr 1912 trifft er Norah wieder. Sie ist Stewardess auf dem Luxuliner „Titanic“, er soll auf eben diesem Schiff ein mechanisches Klavier einbauen. Beide stellen fest, daß sie einander nicht vergessen haben. Während Norah von undurchsichtigen Gestalten verfolgt wird, hat es eine vornehme Dame auf Richard abgesehen.
Doch bevor Richards und Norahs Beziehung so richtig begonnen hat, legt die „Titanic“ ab zur Jungfernfahrt.

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Does any one know where the love of God goes / When the waves turn the minutes to hours?* Auch wenn es noch Jahrzehnte dauern sollte, bis Gordon Lightfoot sein „The Wreck Of The Edmund Fitzgerald“ singen sollte, wie viele Menschen haben wohl in jener Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 solches oder ähnliches gedacht, bevor sie IHM gegenüberstanden und eine Antwort erhielten, die wir in diesem Leben nicht erhalten werden?

Aber noch ist es nicht soweit, noch schreiben wir das Jahr 1911. Richard Martin ist ein fähiger Instrumentenbauer bei Welte & Söhne in Freiburg, der von seinem Chef geschätzt wird. Er entspricht in vielem dem, was man von einem akkuraten Deutschen erwarten würde. Da er Kenntnisse der englischen Sprache hat, soll er für zwei Wochen eine Verwandte Weltes aus Irland betreuen. Norah wiederum ist das Gegenteil von Richard, braucht eigentlich keinen Dolmetscher (soweit es Hochdeutsch betrifft), und nimmt sich vor, Richard aus der Reserve zu locken.

Nach ihrer Abreise hat sich Richards Leben tatsächlich verändert, nicht unbedingt jedoch seine Karriereambitionen. So erhofft er sich von seinem Aufenthalt in Irland im Frühjahr 1912 einen Karriereschub; zusammen mit einem der Teilhaber soll er ein mechanisches Klavier auf der „Titanic“ einbauen. Aber Irland ist nicht so sehr groß, und so kommt es, wie es kommen muß: er trifft wieder auf Norah. Beide stellen - teils widerstrebend - fest, daß sie einander nicht ganz vergessen haben. Dumm nur, daß ihm gerade jetzt der „Einstieg“ in die höhere Gesellschaft, auf den er so lange hingearbeitet hat, in Form der Bekanntschaft mit Helena Andrews möglich scheint. Während sich diese Beziehungen entwickeln, fällt von anderer Seite ein Schatten auf die Szene: Norah wird anscheinend von zwei Seiten her verfolgt und bedroht.

Wer meint, hier einfach eine Liebesgeschichte mit der Titanic als Hintergrundstaffage vorzufinden, liegt falsch. Es entwickelt sich eine, teilweise komplexe, Geschichte, wie sie sich seinerzeit durchaus zugetragen haben könnte. Denn im Vorwort erfahren wir, daß tatsächlich der Einbau einer pneumatischen Orgel der Firma Welte aus Freiburg/Br. vorgesehen war, vermutlich jedoch erst nach der Jungfernfahrt durchgeführt werden sollte.

Im Gegensatz zu wohl den meisten anderen Titanic-Büchern (viel vergleichen kann ich allerdings nicht) spielt hier nicht die Welt der 1. Klasse, sondern vor allem die der kleinen Leute, derjenigen, die das Schiff gebaut haben und in Betrieb halten, die erste Geige. Wir erfahren von den teilweise bedrückenden Lebensumständen derer, denen die Passagiere der Luxusklasse zu verdanken haben, daß es eine solche Klasse überhaupt gibt. Wir erfahren von Menschen mit einem schon fast unerträglich hart zu bezeichnenden Los, die dennoch ihre Lebensfreude und Lebensmut nicht verloren haben, die sich immer wieder irgendwie durchschlagen. Von einem Tag zum nächsten.

Konfrontiert mit diesen Gegensätzen, muß Richard seine bisherigen Überzeugungen, Gewohnheiten und Ziele infrage stellen. Vieles, was bisher erstrebenswert erschien, wirkt plötzlich hohl und schal, verliert an Wert. Indem wir einen Blick in jene, von den Geschichtsbüchern meist übergangene Welt der kleinen Leute tun, kann es durchaus sein, daß sich unser Blickwinkel verschiebt, unsere eigenen Überzeugungen, die bisher felsenfest schienen, ins Wanken geraten. Und wenn die Titanic schließlich in den Fluten versinkt und rund 1.500 Menschen mit sich in die Tiefe nimmt, verliert vielleicht das eigene Leben etwas von der Selbstverständlichkeit des Sicheren. Denn selbstverständlich haben sich die Menschen nur für kurze Zeit voneinander verabschiedet. Mit dem nächsten Fahrplan wäre die Besatzung wieder nach Hause zurückgekommen. Wäre da nicht ein Eisberg gewesen, der einen zeitlichen zu einem ewigen Abschied gemacht hat.

„Zu keiner Zeit bestand eine Gefahr für die Bevölkerung.“ Bloß nicht über das wirkliche Ausmaß einer Gefahr informieren. Und wenn sich Information nicht vermeiden läßt, dann so wenig als möglich und die noch gefiltert. Schon damals war das so, wie aus den kurzen Bemerkungen, was mit der Crew nach der vor der Öffentlichkeit verborgenen Rückkehr nach England geschah, deutlich hervorgeht. Manche Dinge waren wohl schon immer so und ändern sich nie, egal wer das Sagen hat.

Mit Norah und Richard (sowie etlichen anderen, hier namentlich nicht erwähnten) hat die Autorin starke Figuren geschaffen, die so lebendig wurden, daß ich nur schwer glauben kann, daß sie nicht wirklich gelebt haben; sie werden mir immer im Gedächtnis präsent bleiben. Ich bin in eine Zeit vor hundert Jahren eingetaucht und habe mich mit ihnen gefreut und mit ihnen gelitten. Ich war auf einem Luxusliner, habe etwas hinter dessen Kulissen blicken dürfen, und habe den Untergang in den eisigen Nordatlantik mit- und als einer der wenigen überlebt. Das Buch hat mich auf eine Weise emotional berührt und „getroffen“, wie nur sehr wenige bisher. Iris Kammerers „Varus“ fällt mir da eigentlich nur noch ein; dort war es damals ähnlich. Denn dort wie hier löste sich die Menge der Opfer in eine überschaubare Anzahl von Figuren auf, so daß ich mich selbst mitten drin im Geschehen gewähnt habe.

Für sie war die Titanic ein perfektes, mit den besten Sicherheitsmaßnahmen ausgestattetes Wunderwerk der Technik, das unsinkbar war. (Seite 319) Indem die Titanic selbst zum Mythos wurde, wurde der Mythos der Unsinkbarkeit, der alles möglich machenden Technik, zerstört. Und dennoch hat „der Mensch“ nichts von seiner Technikgläubigkeit (sic!) verloren. Eher im Gegenteil. So bleibt es letztlich jedem selbst überlassen, welche Folgerungen er aus diesem Menetekel für sich und sein Leben zieht.

 

Kurzfassung

Vor dem Hintergrund des Baus und der Jungfernfahrt der Titanic wird die nicht immer einfache Geschichte von Norah und Richard erzählt. Ein Titanic-Roman, der sich vor allem mit dem „kleinen Mann“ - und den Dingen, die letztlich wirklich wichtig sind im Leben, beschäftigt.

 

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Sinngemäße Übersetzung und Bibliographische Angaben

* = Weiß irgendjemand, wohin Gottes Liebe geht / Wenn die Wellen die Minuten zu Stunden dehnen. 447 Seiten, 2 Zeichnungen, gebunden Verlag: Gerth Medien GmbH, Aßlar 2012

Eine Aufstellung aller Bücher von Elisabeth Büchle finden Sie hier: Büchle, Elisabeth und ihre Bücher

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Jones, Jenny B.: Scheinbar verliebt

Eines Tages wird dich das wirkliche Leben einholen. und dann ist es zu spät für dich. (Seite 223f)

 

Cover: Scheinbar verliebtZum Inhalt

Lucy Wiltshire ist die Leiterin eines Heimes, das sich um junge Frauen, die aus dem Pflegesystem herausfallen, kümmert. Als ihr größter Sponsor seine Unterstützung einstellt, will sie nicht kampflos aufgeben. Auf einer Gala stellt sie den Sohn des Inhabers der Hotelkette, Alex Sinclair, zur Rede. Doch dann kommt alles anders.
Sie will ihre Einrichtung retten. Er will einen Sitz im Kongreß. Also schlägt er ihr einen Deal vor: sie wird bis zur Wahl seine Verlobte spielen, er rettet dafür ihr Heim. Jetzt fragt sich nur, wie weit Lucy bereit ist zu gehen. Und ob sich so ein Deal wirklich durchziehen läßt, ohne daß die Öffentlichkeit davon Wind bekommt. Beiden stehen stürmische Zeiten bevor.  

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Gray, Shelley Shepard: Wanted

For good or bad, our past transgressions and deeds make us who we are - even when we do things just to see what they are like. Even when we do things without meaning to hurt ourselves or other people.* (Seite 58)

 

Cover: WantedZum Inhalt

Seit langem ist Katie Brenneman heimlich in den Witwer Jonathan Lundy verliebt. Als dessen Schwester, die ihm den Haushalt führt, verreist, sieht sie ihre Chance gekommen: sie zieht zu Jonathan und seinen beiden Töchtern, um diese zu versorgen. Jedoch ist nicht immer alles so einfach, wie man sich das vorher vorstellt. Das Einleben wie die Beziehung zu Jonathan und den Mädchen gestalten sich zunächst schwierig, zumal Katie von ihrer Vergangenheit aus der „Rumspringe-Zeit“ eingeholt wird. Briefe treffen ein, in denen sie zu einem Treffen mit einer ehemaligen Freundin gebeten wird, von der sie dachte, sie würde sie nie wieder sehen. Katie, und nicht nur sie, muß sich darüber klar werden, was sie eigentlich wirklich will.

 

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Meinert, Michael: Gescheiterte Flucht (Hochwald Saga 1)

Das Leben hatte doch ohnehin keinen Reiz für ihn. Und wenn er heute Abend erschossen würde, wäre es eben vorbei, ewiger Schlaf, ewige Ruhe, und nichts weiter.
Und doch hing er an diesem armseligen Leben, das ihm nur Enttäuschungen gebracht hatte.
(Seite 185)
„Albert, eine Wahrheit wird nicht dadurch unwahr, dass man sie verdrängt.“ (Seite 188)

 

Cover: Gescheiterte Flucht

 

Zum Inhalt

Albert Grüning lebt grantig und zurückgezogen einsam als Oberförster im Wald. Sein ruhiges Leben gerät aus den Fugen, als plötzlich ein Wilddieb beginnt, in seinem Revier das Unwesen zu treiben und er aus dem Ministerium darob massiv unter Druck gesetzt wird. Und dann taucht auch noch die Sommerfrischlerin Rahel von Bredow auf, die ihn mehr verwirrt, als er zugeben will. Wie schicksalhaft ihrer beider Leben allerdings miteinander verwoben sind, ahnen beide nicht bei ihrer ersten Begegnung. Und auch nichts von den bösen Kräften, die nach dem Leben Albert Grünings trachten.

 

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Rivers, Francine: Die Sehnsucht ihrer Mutter

„Ein Adler fliegt allein.“ (Seite 51)

 

Cover: die Sehnsucht ihrer Mutter

 

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Als sehr junges Mädchen verläßt Marta ihren brutalen Vater und ihre Heimat in den Schweizer Bergen. Über verschiedene Stationen lernt sie in Kanada Niclas kennen, den sie heiratet. Sie lassen sich mit ihren Kindern in Californien auf einer Farm nieder. Marta ist durch die schlimmen Erfahrungen ihrer Jugend zu einer harten Frau geworden, die für ihre so ganz anders geartete Tochter Hildemara nur wenig Verständnis aufbringt. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

 

 

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Blackstock, Terri: Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge 1)

Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Seite 82)

 

Cover: Gefährliche ZufluchtZum Inhalt

Eine kleine Insel vor Georgia wird vom Doppelmord an Thelma und Wayne Owen erschüttert. Völlig geschockt sind die beiden Töchter Morgan und Blair, als auch noch Jonathan - Morgans Mann - unter Mordverdacht verhaftet wird. Cade, der Polizeichef, fühlt sich dabei zwar nicht sehr wohl, da Jonathan sein Freund ist, aber er meint, keine andere Wahl zu haben. Die Owens führten eine kleine Pension, in der hilfsbedürftige Menschen, von entlassenen Strafgefangenen bis zu solchen mit beginnendem Alzheimer, lebten. Dieses Haus ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge.
Morgan und Blair wollen herausfinden, weshalb ihre Eltern sterben mußten. Im Zuge dessen tauchen plötzlich alte Geheimnisse aus der Versenkung auf, die die Sache noch verkomplizieren. Nichts ist so, wie es scheint. Und dann nehmen sie noch Sadie, eine junge Ausreißerin auf, die verletzt in [i]Cape Refuge[/i] auftaucht. Je mehr Fäden entworren werden, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird es. Bis sich die Ereignisse schließlich in einer Explosion entladen ...

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