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Cover: Mit der Kraft von PurpurZum Inhalt

Siena im 14. Jahrhundert. Monica würde gerne das Färberhandwerk erlernen, wird aber in das Landhaus des französischen Gesandten entführt und dort gefangen gehalten, wo sie heimlich eine Verschwörung gegen den Papst belauscht. Ihre Freundin Caterina soll heiraten, hat aber Visionen, schließt sich den Dominikanerinnen an und wird eine viel gefragte und bewunderte Predigerin.

 

 

Vorbemerkung

Die gespoilerte Textstelle (durch "[ ]" markiert) verrät Inhalte der Handlung. Um diese Stelle lesen zu können, bitte einfach mit gedrückter linker Maustaste darüber fahren (die Stellen quasi markieren). Der Text wird dann lesbar.

 

Kommentar / Meine Meinung

Für dieses Buch habe ich rund drei Wochen gebraucht, an den beiden Wochenenden dieser Zeit habe ich es durch je ein anderes Buch, das ich zwischendurch gelesen habe, unterbrochen. Daraus mag man ersehen, daß mich dieser historische Roman nicht überzeugen konnte. Das fing schon damit an, daß sich das Buch wegen des Satzspiegels nur mühsam lesen läßt. Die Bundstege sind so schmal, daß man zur Mitte des Buches hin Schwierigkeiten hat, die Worte zu lesen. Dabei las sich die Inhaltsbeschreibung recht vielversprechend. Die eigentliche Handlung konnte diese Erwartungshaltung auch weitgehend erfüllen, wenngleich es einige inhaltliche Ungereimtheiten gibt.

Es mag nun persönliche Vorliebe sein, die hier mitspielt, aber ein richtiger Lesefluß wollte sich bei mir nicht einstellen. Das Buch ist in meist kurzen Sätzen geschrieben, die mir wie Puzzleteile, die nebeneinander gelegt, aber nicht verbunden wurden, erschienen. Dadurch hatte ich über weite Strecken das Gefühl, einzelne Sätze zu lesen, die jeder für sich standen und nicht unbedingt mit denen in der Nachbarschaft etwas zu tun hatten. Ich habe in der letzten Zeit mehrfach Bücher gelesen, auf die die Beschreibung „relativ kurze Sätze“ ebenfalls zutrifft. Das Gefühl des Nicht-Zusammengehörens hatte ich allerdings nur hier.

Was mich auch irritiert hat, waren einige inhaltliche Ungenauigkeiten bzw. Fehler. So war Caterina war keine Nonne, sondern hatte sich dem Laienorden der Dominikanerinnen, den sog. Mantellaten angeschlossen.* Es wird zwar richtigerweise im Nachwort erwähnt, daß sie sich dem 3. Orden der Dominikanerinnen anschließt, findet sich jedoch nicht in der Romanhandlung. Dort wird immer von „Nonne“ gesprochen. Auf S. 27 wird aus dem eucharistischen Hochgebet zitiert, es aber als „predigen“ bezeichnet. Eine Predigt ist nun aber etwas ganz anderes als das eucharistische Hochgebet.

Oder drei inhaltliche Beispiele:
[ Monica geht auf Beobachtungsposten im Garten, obwohl sie aus Sicherheitsgründen im Haus bleiben soll. An der Tür bricht sie zusammen, weil die Klinke durch einen Blitzschlag aufgeladen ist und sie einen Stromschlag bekommt. Sie wird verletzt ins Haus gebracht und niemand regt sich auf? Niemand fragt weiter nach?
Stefano und Monica haben vorehelichen Verkehr, welcher ein Kind zur Folge hat. Und niemand regt sich darüber auf oder stört sich daran? Die Reaktionen, so es überhaupt welche gibt, sind liberaler als heute - das paßt doch eher ins 21. denn des 14. Jahrhundert.
Stefano wurde nach dem Tod von Caterina Kartäuser (siehe Nachwort). Ich finde es mehr als unglücklich, ihn dann hier im Buch heiraten zu lassen - und noch dazu eine schwangere Braut. Für einen Roman, der als „historischer Roman“ bezeichnet wird, ist diese Abweichung von der Historie für meine Begriffe denn doch zu groß. ]
All dies machte das Buch für mich zu einer eher schwierigen Lektüre, die ich froh war, beendet zu haben.

Die Idee selbst hat mir gefallen und mich vom Thema her auch interessiert; die Vermengung von historischen und fiktiven Figuren ist in solchen Romanen üblich und hier gut gelungen. Daß Caterina und Monica sich von Kindesbeinen an kannten und befreundet waren, war nachvollziehbar dargestellt. Wenngleich Monica im Verlauf des Buches mir ob ihrer bisweilen naiven Art und einer Denk- und Handlungsweise, die ich nicht immer nachvollziehen konnte (z. B. der - so schien es mir - plötzlich aufgetretene Neid gegenüber Caterina), schon auch mal auf die Nerven ging. Was aber immerhin bedeutet, daß die Autorin die Figur so glaubhaft angelegt hat, daß ich mich emotional an ihr reiben konnte.

Auf Grund der beschriebenen inhaltlichen Kritikpunkte bin ich am Ende des Romans allerdings verunsichert, was, soweit historische Figuren auftreten, nun stimmt und was erfunden ist. Im Anhang gibt es dankenswerterweise zu den auftretenden historischen Hauptfiguren kurze biographische Angaben. Auch schreibt die Autorin ausdrücklich, daß die Handlung frei erfunden und durch Ereignisse um das Leben der hl. Caterina von Siena inspiriert worden sei. Insofern wäre es besser gewesen, das nicht als „historischen Roman“ zu bezeichnen. Vielleicht wäre mit einer anderen Erwartungshaltung meine Meinung über das Buch eine andere geworden. Mit stilistischer Überarbeitung, so daß die Sätze nicht mehr einzeln für sich stehen sondern einen Lesefluß ergeben, könnte ich in einem nur als „Roman“ oder gar „Roman mit Fantasy- bzw. mystischen Einschlägen“ auch über so manche inhaltliche Ungenauigkeit hinwegsehen bzw. das würde mich in so einem Buch nicht stören. Aber an einen „historischen Roman“ habe ich nun Mal den Anspruch, daß die wesentlichen Dinge und Umstände stimmen sollten. Und da hatte ich hier leider zu oft das Gefühl, daß das nicht der Fall ist.

Caterina allerdings ist nach Avignon gereist und hat vermutlich Anteil daran, daß der Papst nach Rom zurückgekehrt ist. Sie hat „gepredigt“, ist mir ihren Anhängern durchs Land gezogen und hat auch ein Kloster gegründet. Wenn das Buch dazu beiträgt, daß manche Leser wenigstens mit den Grundzügen des Lebens der Heiligen und Kirchenlehrerin bekannt gemacht werden, ist das auch etwas Positives.

 

Kurzfassung

Das Buch konnte mich stilistisch (und teilweise inhaltlich) nicht überzeugen, wenngleich es die hl. Caterina von Siena in ihren wesentlichen Anliegen gut beschreibt.

 

Über die Autorin

Christine Neumeyer hat nach einer kaufmännischen Ausbildung mehrere Jahre u. a. im Direktionsbüro der Galerie des Schlosses Belvedere in Wien gearbeitet, bevor sie eine Stelle an der Universität Wien antrat. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Wien.

Quellenhinweis und bibliographische Angaben

* = vgl. LThK (Lexikon für Theologie und Kirche), Band 5, S. 1334. Verlag Herder, Freiburg, 3. völlig neu bearbeitete Auflage 1996
440 Seiten, kartoniert
Verlag: Roman Verlag (Stuber Publishing), Brooklyn / NY, 2016; ISBN 978-0-692-59555-8

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Strobel, Lee: Der Fall Jesus

"Glauben Sie mir, diese Veränderungen an den jüdischen Strukturen waren nicht einfach kleinere Veränderungen, die wir beiläufig vornehmen - sie waren absolut monumental. Das war so etwas wie ein soziales Erdbeben! Und Erdbeben ereignen sich nicht ohne Grund.“ (J. P. Moreland, S. 288)

 

Cover: Der Fall Jesus

 

Zum Inhalt

Angeregt durch die Konversion seiner Frau zum Christentum begann der bis dahin atheistische Lee Strobel damit, sich ernsthaft mit dem Christentum zu befassen. In gleicher Manier, wie er für seine Gerichtsreportagen recherchierte und schrieb, hat er für dieses Buch zahlreiche Fachgelehrte zu den Hauptthemen „Die Prüfung der Aufzeichnungen“, „Die Person Jesu“ und „Die Auferstehung“ befragt. So entsteht im Verlauf des Buches ein recht genaues Bild von Jesus, seiner Botschaft und wer er war.

 

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Brenscheidt, Thorsten: Freiheit für Blasphemie?

Unser Leben endet an dem Tag, an dem wir über Dinge schweigen, die wichtig sind. (Dr. Martin Luther King, S. 25)

 

Cover: Freiheit für Blasphemie?

 

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In „unserer“ modernen säkularen Spaßgesellschaft ist es angesagt, sich über alles lustig zu machen und dabei keine Tabus zu kennen. Wenn das dann noch in „Comedy“ verpackt wird, ist anscheinend alles erlaubt - ohne irgendwelche Rücksichten. Tabus werden gebrochen, Kunst- und Meinungsfreiheit zu neuen Götzen erhoben, denen zu huldigen ist.
Der Autor untersucht anhand der Comedy-Serie „Götter wie wir“ sowie des Films „Jesus liebt mich“ das Problem der darin enthaltenen Blasphemie.

 

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Craven, Margaret: Ich hörte die Eule, sie rief meinen Namen

“Sieh nicht zurück. Wende nicht den Kopf. Geh immer geradeaus. Du gehst ins Land der Eule.“

 

Cover: Ich hörte die Eule, sie rief meinen Namen

 

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Mark Brian, ein todkranker junger Geistlicher, wird als Seelsorger in ein entlegenes Indianerdorf an der Westküste Kanadas geschickt. Inmitten der Wildnis lernt er, im Gleichklang mit der Natur zu leben und den Tod als Einmünden in diese Harmonie zu begreifen.

 

 

 

 

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Austin, Lynn: Die Apfelpflückerin

Möge der Herr seine Engel um Dich stellen. (Seite 12)

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Die junge Witwe Eliza kennt nach dem Tod ihres Schwiegervaters nur ein Ziel: Allein kämpft sie um die Rettung der Obstplantage, die seit Jahrzehnten das Ein und Alles der Familie ihres Mannes war. Schnell wird der Mutter von drei kleinen Kindern klar, daß dieses Vorhaben nur gelingen kann, wenn Gott einen Engel schickt, wie die verrückte Tante Gracie meint.
Tatsächlich steht bald ein geheimnisvoller Fremder vor Elizas Tür. Ist er wirklich der erhoffte Gottesbote, oder hegt er finstere Absichten? Immerhin scheint er nicht der zu sein, der er zu sein vorgibt. Doch wer ist das schon?
Eliza ist selbst gefangen in einem Netz aus Lügen über ihre Herkunft, und auch in der Familie ihres Mannes schlummert mehr als ein dunkles Geheimnis. Nur langsam fügen sich die Bruchstücke der Vergangenheit zu einem Gesamtbild zusammen.
Wird Eliza letztlich alles verlieren, was ihr lieb und teuer ist, oder gewinnt sie sogar mehr, als sie je zu träumen wagte?

 

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Blackstock, Terri: Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge 1)

Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Seite 82)

 

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Eine kleine Insel vor Georgia wird vom Doppelmord an Thelma und Wayne Owen erschüttert. Völlig geschockt sind die beiden Töchter Morgan und Blair, als auch noch Jonathan - Morgans Mann - unter Mordverdacht verhaftet wird. Cade, der Polizeichef, fühlt sich dabei zwar nicht sehr wohl, da Jonathan sein Freund ist, aber er meint, keine andere Wahl zu haben. Die Owens führten eine kleine Pension, in der hilfsbedürftige Menschen, von entlassenen Strafgefangenen bis zu solchen mit beginnendem Alzheimer, lebten. Dieses Haus ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge.
Morgan und Blair wollen herausfinden, weshalb ihre Eltern sterben mußten. Im Zuge dessen tauchen plötzlich alte Geheimnisse aus der Versenkung auf, die die Sache noch verkomplizieren. Nichts ist so, wie es scheint. Und dann nehmen sie noch Sadie, eine junge Ausreißerin auf, die verletzt in [i]Cape Refuge[/i] auftaucht. Je mehr Fäden entworren werden, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird es. Bis sich die Ereignisse schließlich in einer Explosion entladen ...

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