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„Die wahre Gefahr im Leben besteht nicht darin, einen schmerzvollen und erniedrigenden Tod in jungen Jahren zu erleiden. Es ist keine Schande, auf solche Weise zu sterben, wie es die Sklaven taten. Die wahre Schande besteht darin, jung zu sterben und trotzdem alt zu werden. Das, mein Junge, ist ein Schicksal, das weitaus schlimmer als jede Kreuzigung ist.“(Seite 362, Seneca in den Mund gelegt)

 

Cover: Das Tribunal

 

Zum Inhalt

Als junger Jurist kommt der Römer Theophilus als Assessor zu Pilatus nach Judäa; diesen soll er beraten. Dadurch wird er auch in den Prozeß um Jesus von Nazareth verwickelt.
Zurück in Rom, beginnt er eine Karriere als Anwalt. Bald schon steht er seinem Mitschüler aus Jugendtagen gegenüber: Caligula als Caesar und Richter, Theophilus als Anwalt der Vestalin Flavia und des Gladiators Mansuetus. Der Ausgang des Prozesses wird das Leben aller Beteiligten nachhaltig verändern und bis in die Zeit des späteren Kaisers Nero nachwirken.

 

 

 

Kommentar / Meine Meinung

„Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.“; mit diesen Worten beginnt das Lukas-Evangelium, und auch in der Apostelgeschichte wird jener Theophilus erwähnt, von dem man annimmt, daß er ein Heidenchrist war (vgl. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Anmerkung zu Lk 1.3; meine Ausgabe 2. Auflage, S. 1141). Um diesen Theophilus herum hat Randy Singer, der ansonsten eher Justiz-Thriller schreibt, seinen ersten historischen Roman aufgebaut.

Nun ist von diesem Theophilus kaum etwas bekannt, aber gerade deshalb ist er die geeignete Figur, quasi durch das Geschehen zu führen. Die Handlung setzt im „Elften Jahr der Herrschaft des Tiberius Julius Caesar Augustus“ ein, das ist etwa 25 n. Chr. Theophilus ist vierzehn Jahre alt und Schüler in Senecas Rhetorikschule. Der erteilt auf teils recht drastische Weise seinen Schülern Anschauungsunterricht. Einigen dieser Schüler werden wir im weiteren Verlauf noch begegnen, so etwa einem gewissen Gaius Caesar Augustus Germanicus, besser bekannt unter seinem „Spitznamen“ Caligula. Der Konflikt zwischen Theophilus und Caligula gleich zu Beginn des Buches wird für ihr Verhältnis zueinander in späteren Jahren bestimmend sein und Folgen zeitigen.

Als Theophilus Jahre später seine Karriere als Jurist beginnt, ist seine erste Anstellung die eines Assessors der Pontius Pilatus und Judäa. Hier treffen die in der Ausbildung gelernten hehren Ideale erstmals auf die rauhe Wirklichkeit und politische Ränkespiele, als einem gewissen Jesus von Nazareth der Prozeß gemacht wird. Singer öffnet dabei einen ganz anderen Blick, von der Seite Roms aus gesehen, auf das bekannte Geschehen. Der Pilatus des Buches hat mich dabei sehr an den aus dem Film „Das Ende der Götter“ erinnert.

Das Interessante an diesem Teil des Buches ist, daß Theophilus - ganz heidnischer Römer - mit etlichen Personen ins Gespräch kommt und sich beispielsweise von Nikodemus erklären läßt, was die Fangfrage an Jesus, ob man dem Kaiser Steuern zahlen dürfe, und dessen Antwort darauf unter Berücksichtigung des Kontextes eigentlich wirklich bedeutet. Oder die Stelle, an der Jesus sagt, „wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“, wonach er sich setzt und in den Sand schreibt. Was, findet sich im Evangelium nicht. Singer gibt hier eine dermaßen verblüffend logische Erklärung, daß es eigentlich nur genau so gewesen sein kann.

Nach seiner Dienstzeit kehrt Theophilus zurück nach Rom und wird als Anwalt tätig. Inwieweit die beschriebene Art der Prozeßführung und Argumentation eher den heutigen oder den damaligen Umständen entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Manches schien mir relativ modern zu sein, andererseits hat sich möglicherweise bei Gerichtsverfahren prinzipiell im Laufe der Jahrhunderte bzw. Jahrtausende nicht allzuviel verändert. Auch bin ich über einige Begriffe gestolpert, wie etwa „Kilometer“ oder einem „Trainer den Marsch blasen“.

Das Buch erstreckt sich über einen zeitlichem Rahmen von über vierzig Jahren; dem Autor gelingt es dabei, ein Gefühl für die verstrichenen Jahre entstehen zu lassen. Im Personenverzeichnis sind die historischen wie die fiktiven Menschen angegeben; ein diagonales Nachlesen über deren Daten zeigte mir, daß Singer sich relativ gut an die überlieferten Geschehnisse hält. Wobei es sich von selbst versteht, daß er vieles dazu ersinnen mußte. Denn über die Verhandlung gegen Paulus vor Nero gibt es sicherlich keine wörtlich mitgeschriebenen Protokolle. Zumindest keine überlieferten.

Zwar merkt man durchaus, daß der Autor im Hauptberuf Jurist ist, jedoch hält sich das Fachliche in den für einen Roman, zumal einen historischen, notwendigen und sinnvollen Grenzen. Er entwirft ein Bild davon, wie es seinerzeit gewesen sein könnte und gibt auch eine Erklärung für die Entstehung sowohl des Lukas-Evangeliums wie auch der Apostelgeschichte. Wobei natürlich offen bleiben muß, inwieweit dies der Phantasie des Autors geschuldet oder ein historischer Kern darin enthalten ist.

Je weiter das Buch voran schreitet, um so mehr zeichnet sich ab, worauf es hinauslaufen wird, und das war streckenweise hart zu lesen. In einem Epilog rund zweihundertfünfzig Jahre später klingt das Buch versöhnlich aus.

Alles in allem hat mich das Buch in eine längst vergangene Welt, die vor meinem inneren Auge lebendig wurde, entführt, und eine Möglichkeit beschrieben, wie es gewesen sein könnte. Mit Figuren, die so lebensecht waren, daß mich das Gefühl überkommt, nun alte Freunde und Bekannte verlassen zu müssen. Ein Buch, das sich wirklich lohnt zu lesen und noch längere Zeit nachwirken wird.

 

Kurzfassung

Ein lesenswerter, dichter und spannungsgeladener Roman mit Handlungsorten in Judäa und Rom, der die ersten Jahrzehnte unserer Zeitrechnung zum Leben erweckt.

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Über den Autor

Nach dem ersten Studium 1978 arbeitete Singer für fünf Jahre als Lehrer an der Houghton Academy. Dann studierte er Jura und nach dem Abschluß war er 13 Jahre in einer Anwaltskanzlei als angestellter Rechtsanwalt tätig, bevor er seine eigene Kanzlei eröffnete. Er zählt zu den führenden Anwälten Virginias. Seit 2007 ist er auch als Pastor tätig.
Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Seit 2002 ist er auch als Schriftsteller tätig, der meist Justizthriller schreibt. Für sein erstes Buch „Directed Verdict“ (dt. „Die Witwe“) erhielt der den Christy Award.

Bibliographische Angaben

504 Seiten, kartoniert. Originaltitel: The Advocate. Aus dem Amerikanischen von Nicola Peck und Lea Schirra
Verlag: SCM Hänssler Verlag, Holzgerlingen 2015

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Hannon, Irene: Gezeiten der Hoffnung

Wie kommt es eigentlich, dass es nie leicht ist, Herr? (Seite 106)

 

Cover: Gezeiten der HoffnungZum Inhalt

Kate MacDonald schlägt sich mit ihrer vierjährigen Tochter mit mehreren Jobs durch. Kaum ist Craig Cole neuer Kommandant der Küstenwache auf Nantucket, geraten beide aneinander. Kein guter Start, vor allem, als es sich ergibt, daß seine Tochter von der gleichen Tagesmutter betreut werden wird wie die von Kate. Aber je öfter sie sich sehen, um so mehr fühlen sie zueinander hingezogen. Obwohl beide nach schlimmen Erfahrungen und Verlusten vorhaben, nie wieder eine Partnerschaft einzugehen.
Aber leider haben Verstand und Gefühl da eine jeweils andere Meinung. Doch die Hürden scheinen unüberwindbar.

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Dreher, Rod: Die Benedikt-Option

Benedikts Beispiel gibt uns heute Hoffnung, denn es zeigt, was eine kleine Truppe von Gläubigen ausrichten kann, wenn sie kreativ auf die Herausforderungen ihrer Zeit und ihrer Umgebung antwortet. (Seite 37)

 

Cover: Die Benedikt-OptionZum Inhalt

Rod Dreher legt eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft vor. In den USA erregte er damit erhebliches Aufsehen. Auch wenn der Autor beim Schreiben in erster Linie ein US-amerikanisches Publikum vor Augen hatte, so behandelt er doch genau die Probleme, die auch die Christen im westlichen Europa und besonders im deutschsprachigen Raum betreffen.
Dieses Buch ist keine selbstmitleidige Zustandsbeschreibung, sondern zeigt im Blick auf die Wurzeln unseres Glaubens Möglichkeiten, um eine christliche Gegenkultur aufzubauen. Es ist eine Herausforderung an die Kirchen und an jeden Einzelnen. Dabei propagiert das Werk kein politisches Programm und ist kein spirituelles Praxisbuch, sondern zeigt, wie Christen kreative Wege gehen, um den Glauben freudig und gegenkulturell zu leben. Grundlage dafür ist die Regel des Heiligen Benedikt: die Option, um in Zeiten der Entscheidungen den richtigen Weg einzuschlagen.

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Pella, Judith: Heimat meines Herzens (Sturmzeiten 4)

„Dann bedeutet Ihr Wort also nichts?“
Der amerikanische Agent lachte.
„Natürlich bedeutet es nichts, ich bin ein Spion.“
(Seite 134)

 

Cover: Heimat meines Herzens

Zum Inhalt

Als die Ereignisse dieses Buches beginnen, ist der 2. Weltkrieg etwa seit einem Jahr zu Ende. Aber anstelle des heißen Krieges ziehen am Horizont die Wolken des beginnenden Kalten Krieges auf. Alex ist hinter dem Eisernen Vorhang gefangen. Im verzweifelten Versuch, eine Ausreisemöglichkeit zu finden, läßt er sich auf eine Agententätigkeit für die Amerikaner ein; jedoch wird er verraten. Ein letztes Mal versucht Cameron, in die UdSSR zu reisen, dieses Mal begleitet von ihren beiden Schwestern, um Alex irgendwie herauszuholen. Jetzt geht es um Alles oder Nichts.

 

 

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Blackstock, Terri: Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge 1)

Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Seite 82)

 

Cover: Gefährliche ZufluchtZum Inhalt

Eine kleine Insel vor Georgia wird vom Doppelmord an Thelma und Wayne Owen erschüttert. Völlig geschockt sind die beiden Töchter Morgan und Blair, als auch noch Jonathan - Morgans Mann - unter Mordverdacht verhaftet wird. Cade, der Polizeichef, fühlt sich dabei zwar nicht sehr wohl, da Jonathan sein Freund ist, aber er meint, keine andere Wahl zu haben. Die Owens führten eine kleine Pension, in der hilfsbedürftige Menschen, von entlassenen Strafgefangenen bis zu solchen mit beginnendem Alzheimer, lebten. Dieses Haus ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge.
Morgan und Blair wollen herausfinden, weshalb ihre Eltern sterben mußten. Im Zuge dessen tauchen plötzlich alte Geheimnisse aus der Versenkung auf, die die Sache noch verkomplizieren. Nichts ist so, wie es scheint. Und dann nehmen sie noch Sadie, eine junge Ausreißerin auf, die verletzt in [i]Cape Refuge[/i] auftaucht. Je mehr Fäden entworren werden, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird es. Bis sich die Ereignisse schließlich in einer Explosion entladen ...

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Wallace, Amy: Die Stunden, die zählen

Manchmal müssen wir durchs Feuer gehen, bevor wir lernen, dass wir Gott vertrauen können. Wie müssen etwas selbst erleben, damit das, was wir im Kopf wissen, auch bis in unser Herz rutscht. (Seite 329)

Cover: Die Stunden, die zählenZum Inhalt

Clint Rollins hat eine Bilderbuchfamilie und einen Superjob als FBI-Agent. Dapaßt seine Diagnose Krebs überhaupt nicht hinein. Hart trifft sie auch seine Frau Sara. Als Onkologin ermutigt sie ihre Patienten immer, nie die Hoffnung aufzugeben und Gott zu vertrauen. Doch jetzt steht das Leben ihres eigenen Mannes auf dem Spiel und mit einem Mal erscheinen ihr ihre Aufmunterungen hohl und schal.
Als Clint trotz seiner Krankheit Jagd auf einen Serienmörder macht und sein Leben gefährdet, gerät Saras Welt endgültig ins Wanken. Und auch für Clint läuft alles auf zwei Fragen hinaus: Meint Gott es tatsächlich gut mit ihm? Und kann Clint ihm wirklich vollends vertrauen?

 

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