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Sie legte die Arme fest um ihren Körper und hätte am liebsten geweint. Um eine Frau, die sie nicht kannte?
Es war ein dreckiger Krieg, und sie versuchte sich zu erinnern, warum sie vor Äonen von Jahren so erpicht darauf gewesen war, daran teilzunehmen. Sie konnte sich nicht erinnern.
(Seite 424)

Cover: Geschrieben im Wind

Zum Inhalt

Keagan Hayes ist einer der mächtigsten Zeitungsmänner im Kalifornien des Jahres 1941, aber das Menschliche geht ihm völlig ab. Seine drei Töchter Cameron, Blair und Jaqueline können tun was sie wollen, er erkennt sie nicht an, sondern lehnt sie eher ab. So ist es nicht verwunderlich, wenn sie von Zuhause fortstreben. Während Blair in einem Nachtclub zu arbeiten beginnt und immer tiefer sinkt, geht Cameron für den schärfsten Konkurrenten ihres Vaters als Korrespondentin in die UdSSR. Als sie einen russischen Arzt näher kennen lernt, beginnen die Mauern, die sich um sich errichtet hat, zu bröckeln. Doch es ist Krieg und die Armee Nazi-Deutschlands rückt unaufhaltsam gen Moskau vor.

 

Kommentar / Meine Meinung

„Es wird lang und hart werden“, sagte er, als hätte er ihre Vision ebenfalls gesehen. (Seite 227) Beides trifft auch auf die Sturmzeiten-Tetralogie, von der dieses der erste Band ist, zu. Lang aber nur zu verstehen auf die Gesamtseitenzahl von knapp zweitausendzweihundert, lang oder gar langweilig ist mir beim Lesen jedoch zu keiner Zeit geworden. Im Gegenteil. Das Buch ist gut und flüssig lesbar geschrieben, so daß die Seiten nur so dahinflogen wie schon seit längerem bei keinem Roman mehr. Selbst wenn ich, was mehrfach vorkam, nur jeweils kurze Zeit zum Lesen hatte, war ich beim nächsten Mal sofort und nahtlos wieder in der Handlung drin.

Als ich mir die Buchrückentexte der vier Bände ansah, fiel mir auf, daß diese Serie vom üblichen Schema (Hauptperson des einen Bandes ist Nebenperson im nächsten usf.) abweicht. Zwar ist im ersten Band der Schwerpunkt eher auf den Handlungssträngen um Cameron und Blair, während Jaqueline noch etwas im Hintergrund bleibt, aber mit welchen Problemen in den nächsten Bänden sie zu kämpfen haben wird, deutet sich bereits an.

Keagan ist ein Despot, der es nie verwunden hat, „nur“ Töchter zu haben. Egal, was sie tun, sie können weder Aufmerksamkeit, geschweige denn so etwas wie Achtung von ihrem Vater erwarten. Kein Wunder, daß es die beiden ältesten aus dem Haus treibt. Während Blairs Protest in der Ablehnung der Lebensweise der Eltern besteht; sie sich, nachdem eine Hollywoodkarriere gescheitert ist, als Nachtclubsängerin verdingt, und immer mehr in einem Sumpf aus schlechtem Umgang und Alkohol versinkt, zieht Cameron zuhause aus und beginnt als Auslandskorrespondentin für die Konkurrenzzeitung zu arbeiten. Nach Stationen in Jugoslawien, Griechenland und Ägypten kommt sie schließlich ans das ersehnte Ziel: Moskau.

Es ist Jahre her, daß sie hier mit Ihren Eltern lebte, als ihr Vater noch Korrespondent war. Sie hält das für die schönste Zeit ihrer Kindheit, aber was ist das für eine Stadt, in die sie voller Freude zurück kehrt? Fast jede Nacht Bombenangriffe, der Kampf gegen die sowjetische Bürokratie und vor allem die Zensur, die eine Berichterstattung fast unmöglich macht.

Nicht zuletzt wegen der Erfahrungen mit Ihrem Vater hat sie sich für Beziehungen quasi immunisiert und ist umso mehr geschockt, als sie ausgerechnet hier einem Mann begegnet, der ihre Welt zum Wanken bringt, auch wenn sie sich vehement dagegen wehrt.

Mit den Einzelheiten des Zweiten Weltkrieges habe ich mich nie so recht beschäftigt, so daß hier manches für mich neu und vielleicht genauso unfaßbar wie die damaligen Zeitgenossen war. Der Autorin ist es gelungen, ungemein viele Aspekte in ihrem Roman unterzubringen, aber dennoch wirkt es nie überfrachtet, alles muß einfach so sein. Wenn man weiß, wie die USA in der Folge von Pearl Harbour mit einem Teil ihrer eigenen Mitbürger umgegangen ist, ahnt man, welche Schrecken in den Folgebänden noch kommen müssen. Der Horror des Krieges kommt vor, doch erspart uns die Autorin glücklicherweise allzu viele Details. Am (emotional) schlimmsten sind ohnehin die eher ruhigen Szenen abseits der Front.

An manchen Stellen habe ich mich an die vor vielen Jahren gelesenen Rußland-Bücher von Heinz G. Konsalik erinnert gefühlt; nicht den Stil, sondern den Handlungsverlauf betreffend. Das meine ich jetzt durchaus positiv verstanden. Zwar atmet das Buch nicht die „russische Schwermut“, aber die Unterschiede zwischen Amerikanern und Russen, zwischen den Denk- und Lebensweisen werden doch immer wieder deutlich.

Ich fand es erstaunlich, wie offen die Autorin auch (für die Amerikaner) eher unangenehme Themen, wie Rassismus, anspricht. Ungewohnt für ein solches Buch auch, daß die meisten Protagonisten wenig bis gar nichts mit dem Glauben zu tun haben (wollen). Sicherlich gibt es den einen oder anderen aktiven Christen, aber nicht in der Häufung, wie man das sonst im Genre vorfindet. Zweifel und „Gott nicht brauchen“ kommen immer wieder zentral vor. Das ging so weit, daß ich mich an manchen Stellen, wenn sich dann zwei gläubige Menschen trafen, unwillkürlich gefragt habe, ob das nicht des Zufalls zu viel sei. Wenn dann jedoch selbst bei hartgesottenen Gottesleugnern „Zweifel am Zweifel“ zutage traten, geschah das in durchaus nachvollziehbaren Situationen. Immer wieder gab es Gespräch über Gott und Glauben, und diese fand ich dann überhaupt nicht unpassend oder gar aufgesetzt; sie ergaben sich nahezu zwangsläufig aus den jeweiligen Situationen und Geschichten der Figuren. Sicher hat man eine Ahnung, wie manche Entwicklung wohl enden wird, aber bis dahin ist es ein weiter und vermutlich schmerzhafter Weg - wenn es denn so kommt.

Auch wenn die Schauplätze immer wieder zwischen Los Angeles und der UdSSR wechseln, liegt der Schwerpunkt hier eindeutig bei den Ereignissen, in die Cameron verwickelt wird. Dabei muß sie sich nicht nur mit den Problemen der sowjetischen Bürokratie und des Mangels in Rußland herumschlagen, sondern für sie völlig unerwartet, fast schon unerwünscht, beginnt Sie Gefühle für einen jungen Arzt namens Alex zu entwickeln. Aber kann eine solche Beziehung, mißtrauisch beäugt vom NKWD, in Zeiten des Krieges überhaupt eine Chance haben?

So sind denn am Ende des ersten Bandes mehr Fragen offen als beantwortet, die Hayes-Schwestern durch Kontinente getrennt und, wie wir heutigen wissen, die schlimmsten Ereignisse stehen ihnen noch bevor. Der Auftakt zur Reihe hat sich für mich zum Pageturner entwickelt und ich werde mich wohl sehr bald ins (Lese-) Flugzeug nach Moskau setzen, um zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.

 

Kurzfassung

Der lesenwerte Auftakt zu einer spannenden Saga, die vor schwierigen Themen und Konflikten nicht Halt macht.

 

Über die Autorin

Judith Pella war als Krankenschwester und Grundschullehrerin tätig, bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Sie lebt heute mit ihrem Mann in Oregon.

Bibliographische Angaben

559 Seiten, kartoniert. Originaltitel: Written on the Wind. Aus dem Amerikanischen von Eva Weyandt. Verlag: Verlag der Francke Buchhandlung GmbH, Marburg 2004

Reihe „Sturmzeiten“
1) Geschrieben im Wind
2) Pella, Judith: Von ferne klingt ein Lied (Sturmzeiten 2)
3) Pella, Judith: Bevor der Morgen dämmert (Sturmzeiten 3)
4) Pella, Judith: Heimat meines Herzens (Sturmzeiten 4)

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Fischer, Martin: Abfahrt in zwei Minuten

Der beste Weg ist nicht immer der einfachste. (Seite 171)

 

Cover: Abfahrt in zwei MinutenZum Inhalt

Nach einer gescheiterten Beziehung beginnt Regina, die aus Berlin stammt, in Bern ein Studium. Ihre Freizeit verbringt sie oft mit Thomas und Valerie. Während letztere langsam wieder eine Jugendfreundschaft neu belebt, kommen sich Regina und Thomas näher. Doch Alexandra, die vom Gericht zur Bewährung aus Zürich nach Bern geschickt wurde, beginnt Intrigen zu spinnen und einen Keil zwischen Regina und Thomas zu treiben. Es gibt immer mehr Mißverständnisse, und als Regina auch noch an ihrem Arbeitsplatz Probleme bekommt, scheint die Situation ausweglos zu werden.

 

 

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Kellner, Albrecht: Christsein ist keine Religion

„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Werner Heisenberg (Seite 38)

 

Cover: Christsein ist keine ReligionZum Inhalt

„Wenn die Menschen wüßten, worum es sich beim Christsein in Wirklichkeit handelt, dann würden sie Schlange stehen.“
Die Sicht eines Physikers auf das Christsein - was es ist, wie man dazu kommt, und was für ein spannendes Leben sich daraus entwickelt - ist der Inhalt dieses Buches.
(Aus dem Vorwort, S. 10)

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Harter, Karen: Und über uns die Wolken

Millard hat sich blindwütig durchs Leben gegraben und diesen Maulwurfshügel hinterlassen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. (Seite 84)

 

Cover: Und über uns die WolkenZum Inhalt

Die alleinerziehende Celine fällt aus allen Wolken, als ihr 15-jähriger Sohn Tim sich wegen Ladendiebstahls vor Gericht verantworten muß. Tims einzige Möglichkeit, einer Haftstrafe zu entgehen, ist eine Bewährungsfrist unter strengen Auflagen. Celine ist überglücklich, als ihr Nachbar Willard anbietet, ihren auf die schiefe Bahn geratenen Sohn zu hüten, während sie auf der Arbeit ist. Diese Aufgabe reißt den Rentner aus seinem gemütlichen Ruhestand. Die soziale Arbeit, zu der Tim verurteilt wurde, muß er unter Anleitung des Polizisten Alex Estrada verrichten. Demjenigen, welcher ihn verhaftet hatte und der ihn anscheinend überhaupt nicht ausstehen kann. Doch gerade, als die Notgemeinschaft zu einer Art Ersatzfamilie zusammenwächst, steht Tims Vater vor der Tür. Der Mann, vor dem Celine sich endlich sicher geglaubt hatte.

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Hodgson, Mona: Zwei Bräute zu viel

Über einen Neuanfang am anderen Ende der Welt, der sich ganz anders entwickelt als geplant. (nach Seite 276)

 

Cover: Zwei Bräute zu viel

Zum Inhalt

Die vier Sinclair Schwestern leben seit dem Tod der Mutter mit ihrem Vater in Portland/Maine. Als dieser aus beruflichen Gründen nach Paris geht, reisen die beiden mittleren Töchter Kat und Nell als „Mail Order Brides“ nach Cripple Creek/Colorado. Dort angekommen, sind sie auf sich alleine gestellt, denn beide Männer sind verschwunden.
So sind die beiden jungen Damen von der Ostküste inmitten einer Stadt am Rande der Zivilisation gestrandet und müssen sehen, wie sie zurecht kommen.

 

 

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In-Lawfully Yours (DVD)

 

You can’t be mad at someone you don’t believe in.*

 

Cover: In-Lawfully YoursZum Inhalt

Trotz Scheidung hat Jesse ein gutes Verhältnis zu ihrer gerade verwitweten Schwiegermutter. Da diese zu ihrem Sohn Chaz nach New York ziehen will, bleibt Jesse bei ihr in der Kleinstadt Bethel Cove, um beim Packen zu helfen.
Als New Yorkerin fällt es ihr schwer, sich ins Kleinstadtleben einzufügen, zumal sie die Bekanntschaft des Pastors Ben macht, der zudem mit ihrer verstorbenen Schwägerin verheiratet war. Sehr zum Mißfallen des Kirchenvorstandes kommen sich Jesse und Ben näher. Gleichfalls überhaupt nicht begeistert ist ihr Ex-Mann, der ganz andere Pläne hat und eine hinterhältige Intrige spinnt.

 

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