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Die vergangenen Jahre haben mich gelehrt, dass so gut wie nichts ohne Grund geschieht, selbst wenn wir den Sinn hinter den Geschehnissen nicht sofort, vielleicht sogar nie verstehen können. (Seite 214)

 

Cover: Hoffnung eines neuen TagesZum Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1917. Der Krieg, der zu Weihnachten 1914 schon beendet sein sollte, dauert noch immer an, und fordert mehr und mehr seinen Tribut. An der Front, bei den Meindorffs in Berlin und auch bei Robert und Anki in Petrograd. So, wie die Welt langsam in Krieg und Chaos versinkt, brechen die Familien und Strukturen zusammen und auseinander, und „unsere Helden“ sind mittendrin im Geschehen. Um das Übel noch zu vergrößern, treibt auch Karl Roth immer noch sein Unwesen. Ruhe gibt es also nirgendwo in dieser unruhigen, in den Geburtswehen einer neuen Zeit.

 

 

Kommentar / Meine Meinung

„Wir sehen die Dinge nur aus unserer Perspektive und können die der anderen gar nicht verstehen, da wir nicht das erleben, was sie erleben.“, sagt Demy auf Seite 350; und es ist das Verdienst dieses Buches bzw. dieser Trilogie, die Perspektive der ganz normalen Menschen, des kleinen Mannes, vor und während des 1. Weltkrieges zu zeigen, verständlich zu machen, findet man in den Geschichtsbüchern doch normalerweise nur die der Reichen und Mächtigen. Nun mag die Familie Meindorff zumindest vor dem Krieg zu den eher bevorzugten gehört haben, doch schwinden die Privilegien mit der Zeit, in deren Stürmen die Meindorff-Werke, die Familie, und nicht zuletzt der überkommene Staat untergehen. In Deutschland wie in Rußland, und die Menschen müssen damit zurecht kommen.

Etwa drei Monate sind seit dem Ende von „Sturmwolken am Horizont“ vergangen, der Krieg noch immer im Gange und nur wir Leser wissen bereits zu Beginn des Buches, wie lange er noch dauern wird. Das Leben wird zusehends schwieriger, in Berlin wie auch in Petrograd, wo die Revolution, die alles hinwegfegen wird, sich abzuzeichnen beginnt. Anki, Robert und die Chabenski Kinder werden Rußland verlassen müssen, das ist recht bald klar. Auch wenn der Schwerpunkt dieses Mal auf den Ereignissen im Deutschen Reich liegt, gestaltet die Flucht aus Rußland dermaßen spannend, daß man bis zum Schluß zittert, wie diese ausgehen - und wer überleben wird.

Natürlich bleibt es nicht aus, vom Geschehen an der Front zu erzählen, ist doch Philippe für die Fokker-Werke tätig und Hannes noch immer in Frankreich. Zwar geht die Autorin dankenswerterweise nicht mehr ins Detail als zum Verständnis nötig, doch das Grauen und die Grausamkeit kommen dennoch sehr deutlich zutage. Manchmal sind wenige Worte aussagekräftiger als viele.

„'Ein langweiliger Tag, sagt Oettinger', brummte Hannes." (S. 320) Wie hieß das doch anderweitig? „Er fiel im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still war an der ganzen Front, daß der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu vermelden.“ („Im Westen nichts Neues“, Erich Maria Remarque.) Gerade diese „stillen“ Tage empfand ich als die emotional belastendsten.

Und so wie ich seinerzeit bei Remarque den Folgeband „Der Weg zurück“ als deutlich schlimmer empfand als „Im Westen nichts Neues“, habe ich auch hier mit den Szenen entfernt von der Front deutlich mehr emotionale Probleme gehabt bzw. gingen diese näher als die direkten Kriegsbeschreibungen. Denn das Leben und Überleben wird schwieriger im Berlin und Petrograd des 1. Weltkrieges. Die Nöte und Zwänge nehmen zu und machen auch vor dem Meindorff’schen Hause nicht Halt. Selten fand ich das tägliche Leben dieser Zeit so nachvollziehbar beschrieben wie hier.

Zu allem Überfluß treibt auch Karl Roth noch immer sein Unwesen und versucht Philippe zu schaden, wo er nur kann. Fast schon zwangsläufig gerät Demy dadurch ebenfalls in Gefahr. Auch dieser Nebenstrang wird in diesem Schlußband zu Ende geführt und hält eine Überraschung bereit.

Besonders gefreut habe ich mich, als gegen Ende des Buches zwei wohlbekannte Gestalten und deren Schicksal während des Krieges eines anderen Büchle-Buches kurze Erwähnung fanden. Ich hatte mich immer wieder gefragt, wie es ihnen in der für sie schwierigen Situation denn ergangen ist. Ein Schmankerl für die Stammleser und ein besonderes Dankeschön an die Autorin für diesen „Bonus“.

Wenn dann die Meindorff-Saga nach rund 470 Seiten zu Ende geht, hat der Handlungsbogen den Zeitraum von über elf Jahren umspannt. Die Meindorffs und die ihrigen haben wir im Kaiserreich zu Friedenszeiten kennen gelernt, mit ihnen den Ersten Weltkrieg und die Russische Oktoberrevolution durchlitten und schließlich den Umbruch im Deutschen Reich weg vom Kaiser hin zur Republik erlebt. Ein wahrlich weiter Weg, den ich auch gefühlsmäßig beim Lesen so wahrnahm. Mag die Trilogie auch versöhnlich ausklingen, so bleibt doch ein Mißton und eine Ahnung drohenden Unheils für die Zukunft zurück. Zu sehr trägt die Niederlage bereits den Keim für Entwicklungen in sich, die schließlich zum Zweiten Weltkrieg führen werden. Mit fast schon beängstigender Klarheit hat die Autorin diese offensichtlichen Anfänge aufgezeigt und in die Geschichte mit hineinverwoben.

Würde die Menschheit aus den Fehlern dieser Zeit lernen, damit es nie wieder zu einem solche Desaster kam? (S. 385) Der weitere Verlauf der Historie hat gezeigt, daß die Menschheit nichts gelernt hat. Und ein Blick in unsere Tage gibt auch nicht unbedingt zu viel Hoffnung Anlaß. Vielleicht sollte man (oder die Verantwortlichen) öfter ein Werk wie die „Meindorff-Saga“ lesen, innehalten und wenigstens versuchen aus der Geschichte zu lernen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Kurzfassung

Der Schlußband der lesenswerten Trilogie über den Ersten Weltkrieg läßt erweckt die Zeit von 1917 bis 1919 zum Leben. Fast schon ein Schwanengesang auf eine untergegangene Welt.

Interessiert Sie das Buch? Wollen Sie es selbst lesen? Sie können es > hier im SCM - Shop direkt bestellen < !

 

Über die Autorin

Elisabeth Büchle wurde 1969 in Trossingen geboren und absolvierte sowohl eine Ausbildung zur Bürokauffrau als auch zur Altenpflegerin. Sie wohnt mit ihrem Mann und den fünf Kindern im süddeutschen Raum.

Bibliographische Angaben

479 Seiten, gebunden. Verlag: Gerth Medien GmbH, Asslar 2014

Die Meindorff-Saga:
1) Büchle, Elisabeth: Himmel über fremdem Land
2) Büchle, Elisabeth: Sturmwolken am Horizont
3) Hoffnung eines neuen Tages

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Turano, Jen: Die falsche Gouvernante

„Es ist dir jetzt vielleicht noch nicht bewusst, aber es gibt sicher einen guten Grund für all deine Probleme. Du musst einfach abwarten, wie alles ausgeht.“ (Seite 160)

 

Cover: Die falsche GouvernanteZum Inhalt

Lady Eliza Sumner ist dem ehemaligen Verwalter der Güter und des Vermögens ihres Vaters, der sich unrechtmäßig in den Besitz von Lady Elizas Vermögen gebracht hat, nach Amerika gefolgt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen und ihr Vermögen wiederzuerlangen. Damit sie nicht gleich auffällt, hat sie eine Stelle als Gouvernante angenommen.
Mit dem Nichtauffallen klappt das jedoch nicht sehr lange, und ehe sie es sich versieht, hat sie ihre Stellung verloren und ist zu Gast bei Hamilton Beckett, der mit dem ehemaligen Verwalter ebenfalls eine Rechnung offen hat.
Je mehr sie in der Sache voran kommen, je mehr verstricken sich auch ihre persönlichen Verhältnisse. Obwohl beide fest entschlossen sind, keinen Ehepartner zu suchen. Aber möglicherweise haben das Schicksal (und die Mutter von Hamilton) da etwa ganz anderes im Sinn...

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Lewis, Beverly: Die Erlösung der Sarah Cain

Cover: Die Erlösung der Sarah Cain Zum Inhalt

Die durch und durch moderne Frau Sarah Cain hatte nur Spott für ihre Schwester übrig, als diese sich mit ihrer Familie für ein Leben bei den Amish entschloß. Dadurch wurde der Graben zwischen den beiden Schwestern noch tiefer. Wie sehr ist sie verwundert, als nun - zwölf Jahre später - ihre Schwester stirbt und sie zum Vormund ihrer fünf Kinder ernennt.
Sarah Cain reist nach Lancaster County, um so schnell wie möglich diese Verantwortung wieder loszuwerden. Denn sicher handelt es sich nur um ein Mißverständnis.
Doch als Sie dort eintrifft, entwickelt sich alles anders als geplant. Und sie wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Mit einem Trauma, das so ganz anders ist als der Kummer ihrer Nichten und Neffen. Und doch können sie sich nur gegenseitig helfen.

 

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Büchle, Elisabeth: Skarabäus und Schmetterling

“Und da soll mal einer sagen, Gottes Wege seien nicht zu durchschauen“!“
„Das sind sie für uns Menschen nicht immer.“
„Aber meist liegt es wohl an unserem beschränkten Horizont! Was wir nicht überblicken und was wir nicht können, das kann Gott auch nicht - so denken wir doch, nicht wahr?“ (Seite 177)

 

Cover: Skarabäus und Schmetterling

Zum Inhalt

1922. Die junge Sarah reist mit ihrer Ziehmutter Lady Alison nach Ägypten, um Howard Carter, der im Tal der Könige das Grab von Tutenchamun entdeckt, zu besuchen. Doch kaum sind sie in Ägypten angekommen, gerät sie in immer größere Schwierigkeiten. Jemand scheint ihr nach dem Leben zu trachten.
2011. Auf dem Markt tauchen immer neue Artefakte aus dem Grab des Tutenchamun auf. Rahel, die vor ihrem Studium im Berliner Neuen Museum arbeitet, gerät unter Verdacht und wird sogar von Europol bespitzelt. Zusammen mit Daniel und seiner Frau Emma sowie ihrem Jugendfreund Falk versuchen sie, Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen. Dabei unterstützt sie Duke Taylor, der jedoch noch ganz andere Motive als selbstlose Hilfe hat.

 

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Bunn, Davis / Oke, Janette: Die Flamme der Hoffnung

So daß wir absolut klar verstehen, daß wir eine Wahl treffen müssen. Entweder sind wir mit ihm, oder wir sind mit der Welt. Wir werden bald gezwungen sein, unsere Loyalität zu erklären, und indem wir dies tun, müssen wir akzeptieren, daß uns die Welt möglicherweise verstößt. (Seite 213)

 

Cover: Die Flamme der HoffnungZum Inhalt

Das Buch setzt wenige Minuten nach dem Ende von „Die Frau des Zenturio“ ein. Kaum haben sich Leah und Alban ins Hochzeitsgemach zurückgezogen: Linus, Albans alter Kamerad, bringt ihnen ein Pferd und den Rat sofort zu fliehen. Pilatus ist verreist und Herodes will sich für die Durchkreuzung seiner Pläne rächen. Abigail, Leahs Dienerin, bleibt zusammen mit ihrem Bruder Jakob in Jerusalem. Als Linux sie erblickt, kennt er nur einen Gedanken: er will sie zur Frau. Doch Esra, ein reicher jüdischer Kaufmann, will ein selbiges. So steht Abigail, die überhaupt nicht an eine Heirat dachte, plötzlich zwischen zwei Männern. Beide mit Macht und Einfluß.

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Rubart, James L. "Das Vermächtnis des Zimmermanns"

Du kannst Deinem Schicksal eine Weile ausweichen, aber du kannst ihm nichtg ewig entfliehen. (Seite 235)

 

Cover: Das Vermächtnis des ZimmermannsZum Inhalt

Als eines Tages eine ältere Dame in Corins Antiquitätengeschäft tritt und ihm einen Stuhl überläßt, beginnt seine Welt aus den Fugen zu geraten. Es hat den Anschein, als ob ein kranker Junge, nachdem er auf dem Stuhl saß, wie durch ein Wunder geheilt wurde. Auch der seit Jahren währende Zwist mit seinem Bruder erleichtert die Situation nicht gerade, denn wenn der Stuhl einen Jungen heilen kann, dann seinen Bruder vielleicht auch? Aber dazu müßte der erst mal wieder mit ihm reden. In der Zwischenzeit tauchen merkwürdige Gestalten auf, die unter allen Umständen in den Besitz des Stuhls kommen wollen und in der Wahl ihrer Methoden zusehends weniger Skrupel kennen.

 

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