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Wer kein guter Diener ist, ist auch kein guter Herr. (Platon, Seite 456)

 

Cover: Die Magd von Fairbourne Hall

 

Zum Inhalt

Margaret Macy wird in drei Monaten 25 Jahre. Dann darf sie über ein beträchtliches Erbe verfügen. Dieses will sich jedoch ihr Stiefvater unter den Nagel reißen, weswegen er sie zwingen will, seinen Neffen zu heiraten. Flucht ist Margarets einzige Möglichkeit, dem zu entgehen. Um unterzutauchen, verdingt sie sich als Hausmädchen auf Fairbourne Hall. Dem Haus, welches Nathaniel Upchurch, dessen Heiratsantrag sie vor zwei Jahren abgelehnt hatte, gehört. Während sie ihre Pflichten als Hausmädchen lernen muß, darf sie sich auf keinen Fall zu erkennen geben. Unterdessen versucht der Stiefvater, ihrer habhaft zu werden.

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Völlig zurecht hat dieses Buch den Christy-Award im Bereich „Historical Romance“ erhalten. Ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Zeile in Bann geschlagen hat. Ein Buch mit genau der richtigen Mischung aus Spannung, Gefühl, Romantik, Historischem, aber auch Gedankenanstößen und Tiefgang, um gut zu unterhalten und dabei einen Einblick in das Leben früherer Zeiten zu geben.

Die Handlung spielt im Jahre 1815 in England. Im Jahre 1813 erschien Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ erstmals, das um diese Zeit auch spielt. Ich habe von der BBC-Verfilmung (1995) noch die Kleidung im Kopf, und dadurch fiel mir auch ein Anachronismus im Buch auf, allerdings der einzige: auch ein Blick in diverse Wikipedia-Artikel (sowie „The Making of Pride and Prejudice (BBC)“) ließen es mir unwahrscheinlich erscheinen, daß die Damen damals ein Korsett trugen. Das kam erst etwas später wieder in Mode. Das ist aber auch das einzige, was mir als nicht ganz stimmig aufgefallen ist.

Den im Buch erwähnten Sklavenaufstand gab es übrigens wirklich, wie man im Nachwort lesen kann. Dort finden sich auch Anmerkungen zur Recherchearbeit der Autorin. Die gestaltete sich insofern etwas schwierig, als die Überlieferungen dazu, wie den etwa ein genauer Tagesablauf eines Dienstboten oder überhaupt die Art, wie die Arbeiten erledigt wurden, eher spärlich zu finden sind. In der Relation zu den damals zahlreichen Dienstboten, die der Betrieb eines Hauses wie Fairnbourne Hall erforderte, ist das Personal im Buch überschaubar, was es dem Leser erleichtert, der Handlung zu folgen. Welche Art von Arbeiten zu erledigen waren, und wie etwa die Hierarchien im Dienstbotenbereich aussahen wird jedoch dennoch sehr deutlich. Ehrlich gesagt, habe ich erst durch die Beschreibungen hier im Buch überhaupt eine Vorstellung davon bekommen, wie die Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten. Sowohl „Upstairs“ als auch „Downstairs“. Bei vielem hatte ich, auch wenn es zeitlich nicht ganz paßt, Bilder aus der TV-Serie „Downton Abbey“ vor Augen, wenngleich dort das Ausleeren der Nachttöpfe etwa eher weniger Beachtung findet als hier.

Während des ganzen Lesens hatte ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu leben. Auch wenn nicht immer alles glatt lief, es einige Verwicklungen und spannende Momente gab, empfand ich das Buch durchgehend als, hm, heimelig (im sehr positiven Sinne verstanden). Ich ertappte mich dabei, langsamer zu lesen, Pausen einzulegen, nur damit ich nicht zu schnell durch bin. Auch wenn die Autorin ihren ganz eigenen Stil hat, habe ich mich bisweilen an Jane Austen erinnert gefühlt. Oder, auch wenn die Voraussetzungen dort ganz andere sind und es einige Jahrzehnte später spielt, mußte ich an Margaret Hale und John Thornton (aus Elizabeth Gaskells „North And South“ denken. Der Autorin ist es jedenfalls ganz hervorragend gelungen, die Stimmung der damaligen Zeit einzufangen und wiederzugeben. Die Figuren wurden sehr lebendig, das Kopfkino lief fast schon in 3D, und an manchen Stellen hatte ich den Eindruck selbst mitten im Geschehen als stiller Beobachter zugegen zu sein.

Gewißlich ist im Buch manches vorhersehbar, ab einem bestimmten Punkt wünscht man sich ein bestimmtes Ende, ohne daß man weiß, ob es denn dazu kommen wird. Der Autorin gelingt es, auch in dieser Hinsicht die Spannung bis fast auf die letzte Seite aufrecht zu erhalten. Interessant ist auf jeden Fall die Figur der Margaret, welche im Verlauf des Buches eine sehr deutliche Entwicklung von einem verwöhnten Mädchen aus besseren Kreisen, die sich keine Gedanken darüber macht, wer ihr Zimmer aufräumt und weshalb es im Winter morgens warm ist, wenn sie aufwacht, hin zu einer verantwortungsbewußten jungen Frau, die sich ihrer Fehler und Versäumnisse bewußt ist, und die bestimmt nie mehr einen Untergebenen nachlässig oder gar herablassend behandeln wird.

Als ich dann doch leider auf der letzten Seite angekommen war, habe ich das Buch mit einem Lächeln auf den Lippen und tiefer innerer Ruhe und Gelassenheit zugeklappt und nur einen Trost gefunden: die übrigen Bücher der Autorin stehen schon hier im Regal und warten aufs Gelesen werden. Ich schätze, ich muß der Riege meiner Lieblingsautoren eine weitere, von der ich jedes Buch kaufen und bald lesen werde, hinzufügen.

 

Kurzfassung

Ein wunderbares Buch, das in die Herrschafts- wie Dienerwelt eines englischen Landhauses zu Beginn des 19. Jahrhunderts entführt.

Interessiert Sie das Buch? Wollen Sie es selbst lesen? Sie können es >hier im Gregor-Versand Shop sofort bestellen < !

 

Über die Autorin

Julie Klassen hat an der University of Illinois studiert und arbeitete 16 Jahre als Lektorin, bevor sie Vollzeitschriftstellerin wurde. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in der Nähe von St. Paul, Minnesota. Mehrere ihrer Bücher, unter anderem dieses, wurden preisgekrönt.

Bibliographische Angaben

478 Seiten, kartoniert. Originaltitel: The Maid of Fairbourne Hall. Aus dem Amerikanischen von SunSide Übersetzung. Verlag: SCM Hänssler, Holzgerlingen 2013

Eine Aufstellung der Bücher von Julie Klassen finden Sie hier: Klassen, Julie und ihre Bücher

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Kunellis, Christina: Tränenperle

"Wozu diesen ganzen Mist ertragen, wenn man es sich anschließend nicht endlich gut gehen läßt?“ (Seite 277)

 

Cover: TränenperleZum Inhalt

Als die von Depressionen und Minderwertigkeitsgefühlen geplagte siebzehnjährige Merle von ihrer Mutter an Heiligabend alleine gelassen wird, verläßt sie ihr zuhause und landet auf einem Bauernhof in Bayern. Dort bietet sich ihr die Chance, ein Praktikum zu absolvieren. Die Stetigkeit des Tagesablaufes bringt eine gewisse Stetigkeit und Aufwärtsbewegung in ihr Leben. Zumal sie zum Sohn des Nachbarhofes Kontakt bekommt. Aber die Vergangenheit läßt sich nicht so leicht abschütteln, und bald tauchen deren Dämonen auf und fordern unerbittlich ihre Rechte ein. Es beginnt für Merle ein (innerer) Kampf, der buchstäblich auf Leben und Tod geht. ein Kampf mit ungewissem Ausgang.

 

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Brenscheidt, Thorsten: Freiheit für Blasphemie?

Unser Leben endet an dem Tag, an dem wir über Dinge schweigen, die wichtig sind. (Dr. Martin Luther King, S. 25)

 

Cover: Freiheit für Blasphemie?

 

Zum Inhalt

In „unserer“ modernen säkularen Spaßgesellschaft ist es angesagt, sich über alles lustig zu machen und dabei keine Tabus zu kennen. Wenn das dann noch in „Comedy“ verpackt wird, ist anscheinend alles erlaubt - ohne irgendwelche Rücksichten. Tabus werden gebrochen, Kunst- und Meinungsfreiheit zu neuen Götzen erhoben, denen zu huldigen ist.
Der Autor untersucht anhand der Comedy-Serie „Götter wie wir“ sowie des Films „Jesus liebt mich“ das Problem der darin enthaltenen Blasphemie.

 

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Rau, Christa: Himmel zu vererben

„Es ist ja nichts dabei, wenn wir als Christen leben, und wir müssten nur so tun, als ob. Wir wären ja nicht wirklich Christen, oder?!“
„Hört sich ganz okay an! Und was müsste ich so machen als Christ?“ (Seite 40f)

 

Cover: Himmel zu vererbenZum Inhalt

Auf der Beerdigung ihrer Tante Sophie wird Alexa von einem ihr unbekannten Anwalt angesprochen. Er bittet sie in seine Kanzlei und eröffnet ihr, daß ihre Familie - sie selbst, ihr Mann Robert und ihr Sohn Simon - ein „gewaltiges Vermögen“ erben würden. Allerdings gibt es eine Bedingung: sie alle drei müssen ein Jahr als bewußte Christen leben.
Wie kann das sein? Tante Sophie hatte ihr ganzes Leben lang in einfachen Verhältnissen gelebt. Will man sie auf den Arm nehmen? Und wie geht das überhaupt - als bewußte Christen leben? Wie leben Christen überhaupt? Andererseits winkt viel Geld. Dafür kann man doch einen Versuch starten?
Und so beginnen Alexa, Robert und Simon also nach außen hin ein Leben als Christ. Aber kann man so etwas zwölf Monate lang nur zum Schein durchhalten? Und was passiert, wenn da doch mehr dahinter ist? Es beginnt eine spannende Reise mit Überraschungen und durchaus ungewissen Ausgang...

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Sarahs Entscheidung (Sarah’s Choice)

Love is the result of fighting for a commitment you made. *

 

Cover: Sarahs EntscheidungZum Inhalt

Sarah Collins ist eine junge Frau am Beginn ihrer Karriere kurz vor einer Beförderung. Es gibt nur eine Sache, die dem im Wege steht: eine ungeplante Schwangerschaft. Sie ist nun mit einer moralischen und möglicherweise die Karriere beendenden Entscheidung konfrontiert.
Ihr Partner kann mit der Situation nicht so richtig umgehen, Freundinnen, Kollegen, selbst die Ärztin raten zur Abtreibung. Gefangen zwischen dem in ihr wachsenden Leben und dem gesetzlichen Recht zur Abtreibung, taucht mitten in diesem inneren Tumult eine mysteriöse Fremde auf, die ihr drei Visionen ankündigt.
Finanzielle Probleme auf der einen Seite, die Karriere auf der anderen - wie wird sich Sarah entscheiden?

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Gaucher, Guy: Chronik eines Lebens. Therese von Lisieux

Sie, die ihr Lebensende in den Finsternissen verbracht hatte, den modernen Unglauben prophetisch ankündigend, sie wird auch Patronin der inneren Missionen (Seite 313)

 

Cover: Chronik eines LebensZum Inhalt

Lisieux ist heute untrennbar verbunden mit der hl. Therese von Lisieux, einer Karmelitin, die in einem kurzen Leben zu einer der ganz Großen wurde. In diesem Buch wird ihre Lebensgeschichte in Romanform, jedoch getreu anhand überlieferter Dokumente erzählt. So entsteht das Bild einer Frau, die mit 24 Jahren starb, und doch einen weiteren Weg zurückgelegt hatte, als mancher Neunzigjährige. Und die zurecht von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben wurde.  

 

 

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