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Wie willst du im Leben etwas erreichen, wenn du immer sofort aufgibst, sobald dir der Wind ins Gesicht bläst? (u. a. Seite 376)

 

Cover: GoldsommerZum Inhalt

Amrei ist 14, als ihr Vater und ihr Bruder in den Krieg müssen. Fortan obliegt ihr die Verantwortung für den Hof, die Schwägerin mit ihrem Baby und eine etwas verwirrte ältere Frau. Als sich in ihrer Scheune ein entflohener britischer Kriegsgefangener versteckt, wird es etwas leichter für sie, weil der als Dankeschön für die Verpflegung, die sie ihm zukommen läßt, einen guten Teil der Stallarbeit abnimmt. Doch nach einem Überfall ist er entdeckt und muß den Hof verlassen.
Nach dem Krieg ist Amrei weiter auf sich alleine gestellt, denn der Vater ist gefallen, der Bruder verschollen. Da sich eine Pferdezucht immer weniger lohnt, eröffnet sie eine Reitpension. Als die ersten Gäste anreisen, beginnt es langsam besser zu werden. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sich nicht so einfach vertreiben, und so zieht Ungemach auf über dem Hof im Gutachtal.

 

Kommentar / Meine Meinung

Das ist so ein Buch, welches eigentlich abseits meines üblichen Beuteschemas liegt, so daß besondere Umstände vorliegen müssen, es zu lesen. Abseits deshalb, weil mich das Nachkriegsdeutschland eher weniger interessiert. Die besonderen Umstände waren, daß sich die Möglichkeit einer Leserunde mit Autorin bot, und da dies für Titel in diesem Genre eher selten der Fall ist, habe ich das Buch jetzt kurz entschlossen gelesen. Zum Glück, denn sonst wäre mir etwas entgangen.

Das ist zwar das sechste Buch der Autorin, aber das erste von ihr, das ich gelesen habe. Sehr schnell war ich in der Geschichte drinnen und habe bald bemerkt, daß die Autorin eine Art zu schreiben hat, daß ich bereit bin, ihr in Räume und zu Themen zu folgen, um die ich sonst eher einen Bogen machen würde. Will sagen, sie vermochte mich zu packen und mein Interesse für Dinge abseits meines üblichen Spektrums zu wecken. Das ist bisher nur wenigen gelungen.

Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, geht es ihr in diesem Buch weniger um eine historisch genaue Ausgestaltung oder das Auftreten von historischen Persönlichkeiten, sondern mehr um das Miteinander der Menschen, um das, was wir einander erzählen oder verschweigen, wie wir einander einschätzen. Um die Schlüsse, die wir daraus ziehen bis hin zu den bisweilen fatalen Folgen, die daraus entstehen können. Unter dieser Prämisse habe ich in dem ablaufenden Kopfkino den Schwarzwald eher in der Form, wie ich ihn von meinen Reisen in Erinnerung habe, gesehen, ab und zu hat sich auch mal eines der hiesigen Fachwerkhäuser in die Vorstellung eingeschlichen, und die amerikanische Limousine entsprach eher meinem Ideal aus den 70ern, als man von solchen Autos mit einem Benzinverbrauch, für dessen Deckung man heute einen 6er im Lotto bräuchte, noch träumen durfte. Aber das sind Nebensächlichkeiten.

Amrei ist 14, als sie die Verantwortung für den Hof übernehmen muß. Da ist für eine unbeschwerte Kindheit kein Platz mehr, zumal die Schwägerin keine große Hilfe ist. Sie wird schnell erwachsen und für die Umwelt „seltsam“, kann sie doch mit Pferden besser umgehen als mit Menschen. So hat sie ihren Spitznamen „Pferde-Amrei“ bald weg. Und ihr Image der Kratzbürste sowieso. Was sich hinter dieser Fassade verbirgt, interessiert niemanden.

Aus einer ganz anderen Welt entstammt Tom. Der wird von seinen Eltern auf eben jenen Hof Amreis geschickt, um sich dort umzusehen, ob man diese Pension ins Programm des Reiseunternehmens aufnehmen kann. Durch eine Verwechslung wird er für einen Fotografen gehalten, und schon bald gibt es erste Reibungspunkte zwischen Amrei und dem Schnösel aus dem Norden. Der will eigentlich nur schnell wieder weg, sitzt wegen einer Autopanne jedoch erst mal fest, und bekommt so zwangsweise mehr vom Leben auf dem Hof mit, als er eigentlich möchte.

Die Zusammenstöße der beiden sind immer wieder für Lacher gut, und dem geneigten Leser ist bald klar, worauf das hinauslaufen wird. Oder besser würde, wenn Amrei nicht nach einer versuchten Vergewaltigung alle Männer auf Abstand hielte.

Was da für Ungemach, wie ich es in der Inhaltsangabe erwähnt habe, aufzieht, und wer da wem nach dem Leben trachtet, möchte ich hier nicht erwähnen. Die Autorin hat es mindestens zwei Mal im Verlauf des Buches geschafft, mich völlig zu verblüffen, meine anscheinend auf Fakten bzw. sicheren Indizien beruhende Meinung als falsch zu entlarven und deutlich zu machen, daß der Augenschein nicht immer die Wahrheit enthüllt. Und daß niemand vor Fehlurteilen und Fehlhandlungen anderen Menschen gegenüber gefeit ist, weshalb eine gewisse Sorgfalt und Umsicht stets angebracht ist.

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie ich wohl in einer solchen Situation denken und handeln, ob ich die Anzeichen erkennen würde - und ob ich nicht selbst viel zu oft urteile und mir eine Meinung bilde auf Grund des Anscheins, der vollständig zu sein scheint, es aber nur in den seltensten Fällen ist. Je länger ich drüber nachdenke, je mehr fällt mir auf, wie aktuell das eigentlich ist, wie leicht man selbst in solche "Fallen" tappt.

Erwähnen möchte ich noch, daß auch die Aufarbeitung (bzw. Nichtaufarbeitung) der seinerzeit jüngsten deutschen Geschichte in der Haupthandlung, die fünf Jahre nach Kriegsende spielt, ihren Niederschlag gefunden hat. Auf eine teilweise so unauffällige Weise, daß ich befürchte, daß das der damaligen Realität ziemlich nahe kommt.

Die Autorin hat ernste Thematiken in eine flüssig lesbare Geschichte, die bei mir sehr schnell das Kopfkino in 3D hat anspringen lassen, verpackt. Die Hauptpersonen waren für mich starke Figuren, die recht bald im Kopf lebendig wurden und mich sicher noch eine Weile begleiten werden. Handlungs- und Beschreibungsabschnitte sind in ausgewogener Balance, so daß der einzige wirkliche Kritikpunkt ist, daß das Buch nach 476 Seiten zu Ende war und ich die Protagonisten verlassen mußte, um in meine eigene Welt zurückzukehren. Aber mit der Kritik kann man, denke ich doch, sehr gut leben. Einstweilen bleibt mir die Gewißheit, daß dies eines der Bücher ist, welches ich mit Sicherheit mehrfach lesen werde.

 

Kurzfassung

Eine ernste und nachdenkliche Thematik in einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte. Sehr lesenswert und zu recht mit dem 2. Platz beim DeLiA Preis 2012 ausgezeichnet.

 

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Bibliographische Angaben

476 Seiten, gebunden; Verlag: Gerth Medien GmbH, Aßlar 2011

Eine Aufstellung aller Bücher von Elisabeth Büchle finden Sie hier: Büchle, Elisabeth und ihre Bücher

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Samson, Lisa: Das Gelübde der Mary Margaret

Denn warum sollte Gott einen Menschen, der eine klare Berufung in seinen Dienst bekommen hatte, in eine Ehe mit dem Abschaum der Erde schicken? (Seite 167)

 

Cover: Das Gelübde der Mary MargaretZum Inhalt

Mary Margaret hat nur einen Herzenswunsch: Gott allein ihr Leben zu widmen. Und das, obwohl sie sich zu Jude hingezogen fühlt, dem rebellischen Freund aus Kindheitstagen. Doch dann verschwindet Jude und kehrt erst nach Jahren zurück: gebrochen, verbittert und schwer krank. Mary Margaret erhält von Jesus einen Auftrag, der sie zutiefst irritiert: Soll sie wirklich ihren innigsten Wunsch aufgeben? Und eine Ehe mit diesem Mann eingehen? Ein Roman, die die Sehnsucht nach einer intensiven und liebevollen Gottesbeziehung entfacht. Ausgezeichnet mit dem Christy Award 2010 in der Kategorie „Bester Roman“.

 

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Bengtson, Erik: Miriam und das weiße Kreuz

Das Leben steht still, Miriam, denkt er. Meinen wir. Aber das stimmt nicht. In Wirklichkeit läuft es uns die ganze Zeit weg. (Seite 122)

 

Cover: Miriam und das weiße KreuzZum Inhalt

Paul ist Schulbusfahrer in Baltimore. Doch die Zeiten ändern sich, die Umgebung ändert sich. Mehr und mehr entwickelt sich „sein“ Baltimore zu einem Slum, weswegen er fortzieht aufs Land. Dort hat er sehr bald eine Begegnung der etwas anderen Art mit einem Buggy: er fährt auf einen solchen auf. Damit beginnt sein Kontakt zur Welt der Amisch im allgemeinen und zu Eli, dem Fahrer des Buggy im Besonderen. Während Paul sich vom Dschungel der Großstadt erholt und mehr und mehr über die Amisch lernt, mit Eli und dessen Schwester Miriam in Kontakt kommt, braut sich ganz in der Nähe schweres Unheil zusammen.

 

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Jones, Jenny B: Ein Sommer am See

Ich habe zwar die Welt gesehen.
Aber manchmal frage ich mich... hat sie mich jemals gesehen? (Seite 8)

Cover: Ein Sommer am See

 

 

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Für ihren Sender reist Maggy Montgomery um die ganze Welt. Ein Anruf ihres Vaters ruft sie in ihre kleine Heimatstadt in Texas. Dort, wo sie nie wieder hin zurück wollte, muß sie sich nicht nur den aktuellen Problemen ihrer Familie, sondern auch den lange verdrängten Dämonen ihrer Vergangenheit stellen.

 

 

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Blackstock, Terri: Breaker’s Reef (Cape Refuge 4)

Für alles, was ich falsch machte, tat ich etwas anderes Falsches, um es gutzumachen. Und alles wurde nur noch schlimmer. * (Seite 153)

 

Cover: Breaker's ReefZum Inhalt

Als in einem Boot ein ermordetes Mädchen aufgefunden wird, entspricht das genau dem Mord, wie er in einem unveröffentlichten Buch des neu zugezogenen Thrillerautors Marcus Gibson beschrieben wurde. Kurz darauf wird ein zweiten Mädchen tot aufgefunden. Je weiter die Untersuchungen voranschreiten, um so mehr Indizien gibt es, die auf verschiedene Verdächtige, darunter den Polizeichef Cade selbst, hindeuten. Noch mysteriöser wird die Angelegenheit durch die Verbindung, die anscheinend zu Sheila und Sadie vom Hanover House besteht. Und dann gibt es da noch die Beziehung zwischen Cade und Blair Owens, die unter der ganzen Situation mehr als genug zu leiden hat.

 

 

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Wallace, Amy: Im Hauch eines Augenblicks

„Ohne Gott kann Demokratie nicht lange bestehen.“ (Ronald Reagan, Seite 186)

Cover: Im Hauch eines AugenblicksZum Inhalt

Jahrelang hatte Hanna Kessler ihr Kindheitsgeheimnis tief in ihrem Innersten vergraben. Aber als die Schatten der Vergangenheit die zu zerstören drohen, die sie liebt, muß Hanna sich zu einem schwierigen Schritt durchringen. Sie muß sich den Erinnerungen an jenen Sommer stellen, der ihr Leben für immer veränderte. Und dem Mann, der bis heute ihre Gedanken beherrscht.
Als FBI-Agent weiß Michael Parker, was es bedeutet, einen Rückschlag zu erleiden. Schwierige Fälle und zerbrochene Beziehungen pflastern seinen Lebensweg. Erst an der Seite von Hanna fühlt er sich geborgen. Doch als das System versagt und ein Rechtsextremist auf freien Fuß gesetzt wird, wächst sein Wunsch nach Vergeltung ins Unermeßliche.
Der gut geplante Anschlag eines Rassisten zwingt Hanna und Michael, sich zu entscheiden. Wollen sie Rache üben oder der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen? Letzteres wäre ihre Chance auf Heilung. Aber ist Gerechtigkeit wirklich genug, wenn sich der Angriff gegen sie persönlich richtet?

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