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Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Gefährliche Zuflucht, Seite 82)

 

Cover: Die einzige Hoffnung

 

Zum Inhalt

Einige Monate nach den Ereignisse von „Gefährliche Zuflucht“ wird der Polizeichef Cade in einen tödlichen Autounfall verwickelt. Kurz darauf ist er spurlos verschwunden, aber niemanden scheint das sonderlich zu wundern.
Nur Blair Owens ist mißtrauisch und vermutet ein Verbrechen. Gegen alle Widerstände beginnt sie, nach Cade zu suchen. Dabei gerät sie selbst in Gefahr.

 

 

 

Kommentar / Meine Meinung

So ziemlich jeder in Cape Refuge ist davon überzeugt, daß Blair sich irrt. Und niemand will in Betracht ziehen, daß sie mit ihrer Vermutung, daß Cade etwas zugestoßen ist, recht haben könnte.

Ich hatte den Vorgängerband direkt vor diesem nochmals gelesen und war darob sofort wieder auf Cape Refuge zuhause. Jedoch kann man dieses Buch problemlos auch ohne Kenntnis von „Gefährliche Zuflucht“ lesen, alles, was an Hintergrundwissen zum Verständnis hier notwendig ist, wird an passender Stelle erwähnt. Allerdings erfährt man dadurch natürlich die Auflösung des ersten Buches.

War schon „Gefährliche Zuflucht“ spannend, so legt Terri Blackstock hier noch eines drauf, und vor allem Cade wird nicht geschont. Die Autorin liefert eine Geschichte, die durchaus das Szenario für einen Krimi mit hollywoodreifem Showdown am Ende abgeben könnte. Auch hier erwartet den Leser eine Überraschung bei der Auflösung, auf die ich während des Lesens nicht gekommen bin, im Rückblick jedoch Sinn ergab und auch durchaus einzelne Indizien darauf hindeuteten.

Auch in diesem Buch spielt der Gegensatz der gläubigen Morgan und der atheistischen Blair eine Rolle. Gerade Letztere wird durch das Verschwinden Cades sehr auf die Probe gestellt, wird ihr doch dadurch erst bewußt, daß sie möglicherweise mehr als nur Freundschaft für ihn empfindet. Je mehr sich für sie der Verdacht, daß er das Opfer eines Verbrechens wurde, erhärtet, je mehr gerät sie in Zweifel, wie ihm als gläubigem Christen denn solches passieren kann. „Warum läßt der gute Gott uns leiden“ hieß vor vielen Jahren einmal ein Buch, und genau darum geht es hier in der Geschichte.

Hat die Autorin das christliche Element in „Gefährliche Zuflucht“ eher dezent eingebaut, steht es hier doch mehr im Vordergrund. Dabei hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, daß sie zu direkt die Botschaft nach unbedingtem Gottvertrauen beschrieb, die sie mit diesem Buch vermitteln will. Dadurch wirken die Figuren in diesem Band leider etwas einseitig.

Jonathan, Morgan und Cade sind in den Stürmen dermaßen gefestigt und selbstsicher, wie ich es eigentlich nur aus Romanen, die im Urchristentum spielen, kenne. Nun kann man sagen, daß eine solche Einstellung zumindest für Cade in der Situation in der er sich den größten Teil des Buches befindet, überlebenswichtig (auch psychisch) ist. Aber wenigstens ab und zu mal ein gehöriger Zweifel wäre halt doch menschlich gewesen. Jonathan und Morgan legen eine Ruhe an den Tag, die mich bisweilen schon etwas gewundert hat, und Morgan schaffte es an einigen Stellen sogar, mich zu nerven.

Sadie, die inzwischen bei der Familie wohnt, hingegen ist sich treu geblieben. Sehr überzeugend werden ihre Nöte der Akklimatisation und die sich daraus ergebenden, auch negativen, Folgen beschrieben. Selbst da, wo sie falsch gehandelt hat, würde das in natura wohl auch so sein.

Blair schließlich macht in dem Buch die größte Verwandlung durch; und auch bei ihr ist es der Autorin nicht ganz gelungen, mich zu überzeugen. Zu plötzlich kam manches, was aus der Geschichte und dem, was sie mit- und durchmacht zwar zu erklären ist, aber für meine Begriffe nicht deutlich genug ausgeführt wurde.

Das klingt nun alles vermutlich negativer, als es von mir gemeint ist, es ist Jammern auf hohem Niveau. Das Buch selbst vermochte mich sehr wohl zu fesseln und im Ganzen gesehen zu überzeugen, auch die Auflösung am Ende war schlüssig (wenngleich nicht für sämtliche Nebenstränge alle Fragen beantwortet wurden). Ich habe eine bestimmte Ahnung, wie der vierte Band der Reihe ausgehen wird, in diesem Buch hier wird ein großer Schritt in diese vermutete Richtung getan. Ich schätze, daß die von mir beanstandeten Dinge eben diesem „großen Schritt“ zuzuschreiben sind und sich in den Folgebänden auflösen.

Wie schon in „Gefährliche Zuflucht“ sind die Hauptereignisse dieses Buches am Ende aufgeklärt, aber so manches bleibt eben noch offen. Insofern hoffe ich, daß der Boas-Verlag möglichst bald den dritten und vierten Band veröffentlicht, damit ich endlich weiß, wohin der Weg die vertrauten Figuren führen wird. Denn weiter lesen werde ich auf jeden Fall.

 

Kurzfassung

Spannend geht es weiter auf Cape Refuge, der kleinen Insel vor der Küste Georgias. Während Cade spurlos verschwunden ist, stellt sich für Blair nicht nur die Frage, wo er ist und was ihm zugestoßen ist, sondern auch, wie die Geschehnisse mit Cades Glauben zu vereinbaren sind.

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Über die Autorin

Terri Blackstock wurde 1957 in Illinois geboren. Ihre ersten zwölf Jahre war sie als Mitglied einer „Air Force Familie“ ständig auf Reisen, sie ging sogar in den Niederlanden zur Schule. Mit 25 erschien ihr erster Roman als Beginn einer seither erfolgreichen Karriere. Bis 1994 schrieb sie unter Pseudonymen u. a. für HarperCollins oder Harlequin. Dann wandte sie sich dem christlichen Buchmarkt zu; eines ihrer Hauptanliegen ist es, Hoffnung statt Verzweiflung anzubieten.

 

Bibliographische Angaben

Dies sind die vier Bände von Cape Refuge:
1. Blackstock, Terri: Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge)
2. Die einzige Hoffnung (Southern Storm)
3. Blackstock, Terri: Falsche Wahl (River's Edge)
4. Blackstock, Terri: Breaker’s Reef

Eine Aufstellung aller Bücher von Terri Blackstock finden Sie hier: Blackstock, Terri und ihre Bücher

381 Seiten, kartoniert. Originaltitel: Southern Storm. Aus dem Amerikanischen von Johanna Utsch. Verlag: Boas Verlag, Burbach 2013

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