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Love is the result of fighting for a commitment you made. *

 

Cover: Sarahs EntscheidungZum Inhalt

Sarah Collins ist eine junge Frau am Beginn ihrer Karriere kurz vor einer Beförderung. Es gibt nur eine Sache, die dem im Wege steht: eine ungeplante Schwangerschaft. Sie ist nun mit einer moralischen und möglicherweise die Karriere beendenden Entscheidung konfrontiert.
Ihr Partner kann mit der Situation nicht so richtig umgehen, Freundinnen, Kollegen, selbst die Ärztin raten zur Abtreibung. Gefangen zwischen dem in ihr wachsenden Leben und dem gesetzlichen Recht zur Abtreibung, taucht mitten in diesem inneren Tumult eine mysteriöse Fremde auf, die ihr drei Visionen ankündigt.
Finanzielle Probleme auf der einen Seite, die Karriere auf der anderen - wie wird sich Sarah entscheiden?

Vorbemerkung


Die gespoilerte Textstelle (durch "[ ]" markiert) verrät wesentliche Inhalte des Filmes. Um diese Stelle lesen zu können, bitte einfach mit gedrückter linker Maustaste darüber fahren (die Stellen quasi markieren). Der Text wird dann lesbar.

 

Kommentar / Meine Meinung

Eines gleich vorweg: das ist ein christlicher Film, wodurch schon zu Beginn relativ klar sein dürfte, wofür sich Sarah am Ende entscheiden wird. Am Ende ist es dennoch, zumindest nach meinem Empfinden, eine echte Entscheidung, was eine der Stärken des Filmes ist. Für mich wurde der Konflikt, in dem sich Sarah befand, überzeugend und nachvollziehbar dargestellt. Schade nur, daß durch diese eindeutige Genrezuordnung der Film wohl viele, die ihn sich ansehen sollten, nicht erreichen wird.

Sarah arbeitet in einer Werbeagentur. Eine ihrer Kolleginnen geht in Mutterschaftsurlaub, für deren Stelle ist sie im Gespräch, und würde sie vermutlich auch bekommen, wenn nicht ... Alles läuft zu ihrer Zufriedenheit, sieht man von den Reibereien mit ihrer Mutter einmal ab. Sarahs Vater ist vor rund zehn Jahren gestorben, das hat sie Gott nicht verziehen und steht seither der Religion eher distanziert gegenüber. Ihr Freund Matt ist noch nicht so recht im Erwachsenenleben angekommen und hat mehr Flausen denn konkrete Pläne im Kopf.

Mitten in die Planung, wie es nach der Beförderung weitergehen kann, platzt die Erkenntnis, daß Sarah schwanger ist. Was nun? Mit den Worten: „Would you let a wart destroy the life you have planned fo yourself?“ ** empfiehlt die Ärztin, für welche ein Baby zu diesem Zeitpunkt nichts als ein Zellhaufen, nicht mehr lebendig als etwa eine Mandel oder eine Warze, die Abtreibung. Nachdem sie zuvor die Kosten, die ein Kind verursacht, mehr oder weniger detailliert aufsummiert hat.

Ähnlich viel „Hilfe“ erhält sie von ihrer Freundin (und Vorgesetzten) Megan. Diese rät, Matt nichts zu erzählen und abzutreiben. Während Sarah immer mehr in Gewissensnöte gerät, kommt langsam der Grund für Megans verkrampfte Haltung zutage: mit sechzehn hat sie selbst abgetrieben, und das, auch wenn sie es nicht zugeben will, bis heute nicht verkraftet.

Als zuhause bekannt wird, daß Sarah über die Möglichkeit einer Abtreibung nachdenkt, bietet ihre Schwester an, das Kind zu adoptieren. Und dann kommt es zum Streit mit Sarahs sehr religiöser Mutter. Die Religiosität schien mir in diesen Szenen bisweilen zu sehr im Vordergrund, zu gewollt zu sein. Andererseits hat mich Sarahs Mutter in manchen Dingen und Aussagen sehr an meine eigene erinnert; so sehr fern der Realität ist es also doch nicht. Man ist es nur nicht (mehr?) gewohnt, solche Fragen in Filmen offen an- und ausgesprochen zu hören.

Letztlich ist Sarah, wie es wohl vielen Frauen in solcher Lage geht, auf sich alleine gestellt, um eine Entscheidung zu treffen. Zu deren Unterstützung erhält sie im Traum drei Visionen, die ihr von einer unbekannten alten Frau beim Verlassen der Arztpraxis im Aufzug angekündigt worden waren. Das Motiv ist eine Anlehnung an Charles Dickens’ „A Christmas Carol“. Die Träume selbst dauern (im Film) nicht sehr lang und zeigen [ Sarah mit dem Baby Daisy, Sarah und Daisy etwa im Alter von sechs Jahren sowie Sarah und Matt als Großeltern, als Daisy mit ihrem eigenen Kind zu Besuch kommt. Schließlich begegnet sie der mysteriösen Frau wieder, die ihr eine Erklärung für diese Visionen und den Grund ihres Erscheinens mitteilt. ]

Wenngleich, wie gesagt, das Ende vorhersehbar ist, kommt der innere Konflikt Sarahs sowie der Druck „der Gesellschaft“ meiner Meinung nach recht deutlich zutage. „Frauen haben die gleichen Rechte wie Männer, das bedeutet aber auch die gleichen Pflichten,“ sagt eine Vorgesetzte an einer Stelle und empfiehlt Sarah, sich bald zu entscheiden. Denn für eine Frau mit Kind ist die für sie vorgesehene Stelle nicht geeignet, was Arbeitsanfall und notwendige Reisetätigkeit betrifft.

Wer übrigens den Gewissenskonflikt von Megan für übertrieben hält: Moya Brennan, die frühere Lead-Sängerin der irischen Band "Clannad", hat in ihrer Autobiographie auch über die „Spätfolgen“ ihrer eigenen Abtreibung geschrieben, dort findet sich ein Bericht aus erster Hand.

Daß „die Gesellschaft“ (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) für Frauen in solchen Situationen ein eher lebensfeindliches denn lebensfreundliches Umfeld schafft, kommt „zwischen den Zeilen“ zwar vor, ist hier aber eher ein Nebenthema, und sowieso von Land zu Land anders.

Man mag das mögen oder nicht, aber ein Kind verändert nunmal auch das berufliche Leben, die beruflichen Möglichkeiten entscheidend. Ich entsinne mich, daß meine Frau und ich uns seinerzeit mit dem Thema recht intensiv auseinandergesetzt und eine für uns passende Entscheidung getroffen haben. Das sieht, wie hier im Film, bei einer ungewollten Schwangerschaft natürlich etwas anders aus, im Ergebnis sind jedoch gleiche oder ähnliche Entscheidungen zu treffen. Für die grundsätzliche Entscheidung bietet dieser Film (sicherlich parteiische) Denkanstöße.

Matt diskutiert etliche Male mit seinem Onkel (und Vorgesetzten) Clay über das Thema und wie er sich verhalten soll. Dabei sagt Clay einen Satz über die Liebe, mit dem ich diese Rezi begonnen habe und auch beenden möchte. Denn besser kann man das, vor allem in der heutigen Zeit, nicht ausdrücken.

Love is the result of fighting for a commitment you made. *

 

Kurzfassung / Fazit

Ein überzeugendes Plädoyer für das ungeborene Leben.

 

Anmerkungen / Übersetzungen

Ich habe den Film ausschließlich in der englischen Originalfassung, nicht in der deutschen Synchronfassung gesehen. Ursprünglich geschrieben am 14. Februar 2010.

* = Liebe ist das Ergebnis des Kampfes für eine Bindung, die Du eingegangen bist.
** = „Würden Sie eine Warze das Leben, das Sie für sich selbst geplant haben, zerstören lassen?“

 

Angaben zum Film / zur DVD

Originaltitel: Sarah’s Choice
Regisseur: Chad Kapper
Darsteller: Rebecca St. James, Julian Bailey, Logan White, Dick van Patten, Staci Keanan, Linda Bisesti, Brad Stine u. v. a.
Laufzeit: ca. 90 Minuten, Altersangabe: FSK ab 12 Jahren

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