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“But the worst thing is that now that I really do want to make things better, there’s nothing I can do. Maybe this is hell, seeing the truth.“* (Seite 281)

 

Cover: The Christmas List (Der Weihnachtswunsch)Zum Inhalt

James Kier hat erreicht, was man erreichen kann. Er hat, Geld, Macht und ist Inhaber einer der größten Immobilienkonzerne. Rücksichtslos verfolgt er im Geschäft seine Interessen. Dabei ging dann seine Ehe mit Sara, die inzwischen Krebs im Endstadium hat, in die Brüche. Sein Sohn, der kurz vor der Hochzeit steht, will auch nichts mehr von ihm wissen.
Das ist der Ausgangspunkt, an dem Kier in einem Hotel, in dem er sich mit seiner Freundin treffen will, einschneit. Am nächsten Morgen liest er einen Bericht über einen Verkehrsunfall in der Zeitung, in dem er - James Kier - ums Leben gekommen sein soll. Im Internet findet er Kommentare dazu, die - höflich ausgedrückt - nicht sehr schmeichelhaft für ihn sind, und in denen ihm ein Spiegel vorgehalten wird. Er geht in sich und beschließt, sich zu ändern.
In den Wochen bis Weihnachten will er die fünf Menschen, denen er am schlimmsten mitgespielt hat, besuchen, um Verzeihung bitten und wiedergutmachen, was wiedergutzumachen ist. Der letzte Besuch findet an Heiligabend statt.
Aber kann man zerstörte Leben so einfach wieder richten? Lassen sich Fehler und Handlungen der Vergangenheit nur mit gutem Willen korrigieren? James Kier macht sehr unterschiedliche Erfahrungen mit seinen „Geistern der Weihnacht“.

 

 

 

Meine Meinung

Was habe ich mich auf das neue Buch von Richard Paul Evans gefreut. Und jetzt, da ich es in drei Tagen ausgelesen habe, bin ich etwas zwiegespalten. Im Vergleich etwa zu "Magie der Weihnacht“ fällt der „Weihnachtswunsch / Christmas List“ doch etwas ab; ja ich frage mich, ob es überhaupt ein „richtiges“ Weihnachtsbuch ist. Aber was macht ein „richtiges Weihnachtsbuch“ überhaupt aus? Daß alle paar Seiten der Begriff „Weihnachten“ (bzw. hier natürlich „Christmas“) auftaucht? Daß ein Buch um die Weihnachtszeit spielt? Daß - direkt und/oder indirekt - auf Charles Dickens „A Christmas Carol“ Bezug genommen bzw. angespielt wird? Alle drei Elemente sind hier vorhanden, und dennoch habe ich das Buch nicht unbedingt als Weihnachts-, eher schon als Winterbuch empfunden. Auch wenn Evans in seiner „Authors Note“ explizit mitteilt, daß er ein Weihnachtsbuch habe verfassen wollen. Um beim Schreiben der Rezension in passende Weihnachtsstimmung zu kommen, läuft im CD-Player „Light on The Stable“ - die Weihnachts-CD von Emmylou Harris. Nicht gerade eine deutsche Interpretation von Weihnachtsliedern, aber immerhin (vor-)weihnachtlich.

Charles Dickens stand also Pate für das Buch. Statt Jacob Marley ist hier die Todesnachricht sowie die Reaktionen der Menschen darauf für James Kier der Auslöser, sein Leben zu überdenken. Ihm erscheinen nicht drei Geister der Weihnacht, sondern er hat eine Liste der fünf Menschen, die er am meisten geschädigt hat, welche er darob aufsuchen, sich entschuldigen und Wiedergutmachung leisten will. Bevor er sich dazu aufrafft, oder genauer meist im Zusammenhang mit der Vorgeschichte, erfahren wir etwas über James Kier. Ich war schon etwas erstaunt, daß Richard Paul Evans hier eine Gestalt schafft, gegenüber der Ebeneezer Scrooge geradezu wie ein Wohltäter der Menschheit erscheint. Und da liegt dann auch einer der Knackpunkte des Romans: um einen solchen Menschen zur Besinnung und zur Umkehr zu rufen, bedarf es m. E. etwas mehr als ein Zeitungsbericht über den eigenen Tod und einige sehr unfreundliche, aber zutreffende, Einträge in Internet-Blogs. Oder genauer, der Auslöser wurde mir nicht überzeugend genug dargestellt. Auch wenn zwischendurch sehr nachvollziehbar erklärt wird, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Menschen weinen in seinem Büro oder brechen zusammen, es interessiert ihn überhaupt nicht. Ein paar andere schreiben im Internet, was sie von ihm halten - und er macht eine Kehrtwendung um 180 Grad.

Im Vergleich dazu waren die Reaktionen der betroffenen fünf Menschen für meine Begriffe durchaus überzeugend. Vor allem der erste, Eddie Grimes, erschien mir in seiner Reaktion überaus glaubwürdig. Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch, doch vermutlich hätte ich sehr ähnlich wie er beim Zusammentreffen reagiert. Das hatte was.

Ein Weiteres, was mir das Buch nicht so recht als Weihnachtsbuch erscheinen lassen will (oder - wie der Autor schreibt - als „a holiday tale to warm your season, your homes, and your hearts“**) ist die Krankheit von Sara. Schon sehr bald wird klar, daß sie das Buch nicht überleben wird. Denn auch im wundervollsten und magischsten Weihnachtsbuch wäre das ein zu großes Wunder. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, wie lange sie wohl durchhalten wird - nicht unbedingt „heartwarming“ ("herzerwärmend").

Trotz der über weite Strecken etwas nüchternen Erzählweise bleibt es gegen Ende dann nicht aus, daß man das eine oder andere Taschentuch bereit halten sollte. Im Epilog werden die letzten noch offenen Fäden verknüpft, so daß die Handlung letztlich in sich rund und abgeschlossen ist. Auch wenn ich andere seiner Bücher (stilistisch) in besserer Erinnerung habe, konnte ich mir alles sehr lebhaft vorstellen, erwachten die Protagonisten für mich zum Leben, lief teilweise sogar das vielgerühmte Kopfkino ab. Daß sie jedoch einen solchen Eindruck hinterlassen wie etwa Macy und Mark („Magie der Weihnacht“) möchte ich denn doch bezweifeln.

Alles in allem halte ich „The Christmas List“ für eines der schwächeren Bücher des Autors. Zu routiniert geschrieben, zu gewollt und holzschnittartig die Botschaft, zu leichtfüßig an schwierige Themen herangegangen; „Magie der Weihnacht / Finding Noel“ hat mir um einiges besser gefallen. Eher ein Winter- denn ein Weihnachtsbuch, habe ich es dennoch gerne gelesen und manches Nachdenkenswerte darin gefunden. Nicht unbedingt ein „Wohlfühlbuch“, aber eines, das mich trotzdem zufrieden und innerlich ruhig zurückgelassen hat. Für die Weihnachtstage selbst würde ich aber eher „Magie der Weihnacht / Finding Noel“ empfehlen.

 

Mein Fazit

Eher ein Winter- denn ein Weihnachtsbuch, erzählt Evans die Geschichte von James Kier, der durch das Lesen seines eigenen Nachrufs eine innere Umkehr erfährt und verursachtes Leid und Unrecht wieder gut machen will. Etwas zu routiniert geschrieben ein Buch für einen trüben Herbst- oder kalten Winterabend.

 

Über den Autor

Richard Paul Evans wurde 1962 in Salt Lake City geboren. Nach dem Studium arbeitete er zunächst in einer Werbeagentur. Für seine Tochter schrieb er eine Weihnachtsgeschichte, die er dann im Selbstverlag unter dem Titel „The Christmas Box“ (deutsch als „Die wundersame Schatulle“ erschienen) herausbrachte. Nachdem es das Buch auf die Bestenliste der New York Times gebracht hatte, rissen sich die Verlage darum.
Inzwischen hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht, die insgesamt mehrere Millionen Exemplare Auflagen erreichten. Mit seiner Familie lebt er in Utah sowie in Italien.

Sinngemäße Übersetzungen und bibliographische Angaben

* = „Doch das Schlimmste ist, daß ich jetzt, da ich wirklich die Dinge besser machen und richten will, es nichts gibt, was ich tun könnte. Vielleicht ist das die Hölle, die Wahrheit zu sehen.“
** = „ein Feiertags (Weihnachts-) Märchen, um die Jahreszeit, Ihre Wohnungen und Ihre Herzen zu erwärmen.“

Meine gelesene Ausgabe:
The Christmas List. 304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Rough Cut
Verlag: Simon & Schuster, New York 2009. ISBN 9781439150009
Deutsche Ausgabe (derzeit vergriffen:)
Der Weihnachtswunsch. Aus dem Amerikanischen von Anita Krätzer. 284 Seiten, kartoniert
Bastei Lübbe Verlag, Köln, 2011. ISBN 9783404165865

Ursprünglich geschrieben (und hier nahezu unverändert wiedergegeben) am 18. November 2009

 

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Büchle, Elisabeth: Skarabäus und Schmetterling

“Und da soll mal einer sagen, Gottes Wege seien nicht zu durchschauen“!“
„Das sind sie für uns Menschen nicht immer.“
„Aber meist liegt es wohl an unserem beschränkten Horizont! Was wir nicht überblicken und was wir nicht können, das kann Gott auch nicht - so denken wir doch, nicht wahr?“ (Seite 177)

 

Cover: Skarabäus und Schmetterling

Zum Inhalt

1922. Die junge Sarah reist mit ihrer Ziehmutter Lady Alison nach Ägypten, um Howard Carter, der im Tal der Könige das Grab von Tutenchamun entdeckt, zu besuchen. Doch kaum sind sie in Ägypten angekommen, gerät sie in immer größere Schwierigkeiten. Jemand scheint ihr nach dem Leben zu trachten.
2011. Auf dem Markt tauchen immer neue Artefakte aus dem Grab des Tutenchamun auf. Rahel, die vor ihrem Studium im Berliner Neuen Museum arbeitet, gerät unter Verdacht und wird sogar von Europol bespitzelt. Zusammen mit Daniel und seiner Frau Emma sowie ihrem Jugendfreund Falk versuchen sie, Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen. Dabei unterstützt sie Duke Taylor, der jedoch noch ganz andere Motive als selbstlose Hilfe hat.

 

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Ripken, Nik / Lewis, Gregg: Gottes unfassbare Wege

Verfolgung, das ist für uns wie die Sonne, die im Osten aufgeht. Sie kommt immer wieder. Das ist unser Alltag, das ist nichts Besonderes oder Unerwartetes. (Seite 170)

 

Cover: Gottes unfassbare WegeZum Inhalt

Nik Ripken verspürte den Ruf, in die Mission nach Afrika zu gehen, und ging Anfang der 90er Jahre mit seiner Frau Ruth u. a. nach Malawi, um dann für einige Jahre in Somalia unter widrigen Bedingungen den Ärmsten der Armen zu helfen. Schnell war klar, daß man in diesem islamischen Land nur helfen kann, wenn man über Religion oder Glaube kein Wort verliert. Ripken erzählt, wie er mit seinen Helfern dort lange, bevor die UNO auf das Elend aufmerksam wurde, oft unter Einsatz seines Lebens, ganz praktische Hilfe organisierte und leistete.
Als nach rund fünfzehn Jahren die Zeit in Afrika zu Ende ging, begann er, verfolgte Christen auf der ganzen Welt zu besuchen, um von ihnen zu erfahren und zu lernen, wie man auch bei schwerer Verfolgung, etwa in China oder den islamischen Ländern, überleben kann. Dabei bekam er erstaunliche Geschichten und Erlebnisse zu hören, über die er in seinem Buch berichtet.

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Lewis, Beverly & David: Niemals werd ich dich vergessen

Wenn alles grau und trübselig aussieht, betrachte es als eine Chance. Jeder kann im Licht des Tages glauben, aber nur wenige harren unter dem drückenden Mantel der Dunkelheit aus. Vergiss nie: Der Glaube ist ein Licht, das man am besten in der Dunkelheit sehen kann. (Seite 60)

 

Cover: Niemals werd ich dich vergessenZum Inhalt

Es ist acht Jahre her, daß Kellys Baby entführt auf dem illegalen Adoptionsmarkt verkauft wurde. So lange sucht sie auch schon mit mehr oder weniger legalen Methoden nach dem verlorenen Kind.
Als der von ihr engagierte Privatdetektiv eine weitere „Kandidatin“ präsentiert, schöpft sie Hoffnung - zu genau würde Nattie in das Profil passen. Sie nimmt Kontakt zu ihrem Adoptivvater auf - aber das verläuft ganz und gar nicht so, wie sie das geplant hatte. Ein gutes Ende der Suche scheint weiter entfernt zu sein als je zuvor.

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Gaucher, Guy: Chronik eines Lebens. Therese von Lisieux

Sie, die ihr Lebensende in den Finsternissen verbracht hatte, den modernen Unglauben prophetisch ankündigend, sie wird auch Patronin der inneren Missionen (Seite 313)

 

Cover: Chronik eines LebensZum Inhalt

Lisieux ist heute untrennbar verbunden mit der hl. Therese von Lisieux, einer Karmelitin, die in einem kurzen Leben zu einer der ganz Großen wurde. In diesem Buch wird ihre Lebensgeschichte in Romanform, jedoch getreu anhand überlieferter Dokumente erzählt. So entsteht das Bild einer Frau, die mit 24 Jahren starb, und doch einen weiteren Weg zurückgelegt hatte, als mancher Neunzigjährige. Und die zurecht von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben wurde.  

 

 

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Vogt, Fabian: Zurück

Sicher ist nur: Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht. Aber wer hat das schon. (Seite 64)

 

Cover: ZurückZum Inhalt

Am Silvesterabend 1999 erwartet Maximilian das Übliche: am nächsten Morgen wird er am 1. Januar 2000 aufwachen. Was er nicht erwartete war, daß er am 1. Januar 1999 aufwacht, am nächsten Tag am 2. Januar 1998 und immer so fort. Die Tage vergehen kalendermäßig zwar in normaler Reihenfolge, die Jahre zählen jedoch jeweils eines zurück. Was ist mit ihm geschehen?
Er versucht so gut, es eben geht, sich in diesem seltsamen Leben einzurichten und trifft im Laufe der Zeit auf verschiedene Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Immer auf der Suche nach der Antwort, was ihm da geschieht und weshalb.
Max taucht an verschiedenen Knotenpunkten der Geschichte auf, doch das Rätsel kann er nicht lösen. Schließlich faßt er einen Entschluß und gibt seiner Reise ein finales Ziel.

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