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All she knew for sure, she reflected, was that the lives of these people were infinitely more complex than she understood.* (Seite 184f)

 

Cover: An Amish ChristmasZum Inhalt

Jason und Meg Hobarth leben den amerikanischen Traum: großes Einkommen, großes Haus, drei Kinder, keine Sorgen. Bis der Traum an Thanksgiving wie ein Kartenhaus zusammenstürzt: Jason wurde bereits im August entlassen und hat nichts davon gesagt. Zudem hat er sich an der Börse verspekuliert, nun ist alles weg. Einschließlich Megs Vertrauen in Jason. Die Hobarths besitzen nur noch den alten Ford Mustang, ein paar hundert Dollar und das, was sie auf dem Leib tragen. Kurz vor Weihnachten müssen sie ihr Haus verlassen und machen sich auf den Weg zu Megs Eltern, wo sie Unterschlupf zu finden hoffen; aber dort sind sie nicht willkommen.
Irgendwo in Pennsylvania kommt es zu einem Fast-Zusammenstoß mit einem Buggy, in dessen Folge das Auto nicht mehr fahrtüchtig ist. David Lutz, der Fahrer des Buggy, nimmt die Hobarths als Gäste in sein Haus auf.
Herausgerissen aus der gewohnten Welt, ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation, sind die Hobarths plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen. Indem sie als Gäste Teil des Lebens der Lutzens werden, haben sie alle fünf Zeit, und sind gezwungen, sich mit ihrer eigenen Situation zu beschäftigen. So wird die äußere Reise ergänzt und fortgesetzt durch eine innere, und immer wieder stellen sich die Fragen: was ist wichtig im Leben, ist unsere Familie noch zu retten.

 

 

Meine Meinung

Geschichten, in denen die Welt der Englischen auf die der Amish trifft, interessieren mich immer. So habe ich mir das Buch, gleich nachdem ich es entdeckt habe, gekauft und jetzt an Weihnachten innerhalb von zwei Tagen ausgelesen. Wieder stellt sich die Frage, was denn eigentlich ein Weihnachtsbuch eigentlich ausmacht. Denn vieles, was man in einem solchen vermuten würde, fehlt hier ganz einfach. Nicht nur, weil die Amish Weihnachten nicht so feiern, wie wir das gewohnt sind.

Das luxuriöse Leben der Hobarths wird nur vorgestellt, damit es mit einem Schlag zusammenkracht und nichts als ein Scherbenhaufen übrig bleibt. Als der Sturm vorbei ist, besitzen sie nichts weiter als den alten Ford Mustang, was sie auf dem Leib tragen und soviel, wie in den Kofferraum paßt. Dazu ein paar hundert Dollar, die für ein einige Wochen reichen müssen. Damit machen sie sich auf den Weg nach Norden zu Megs Eltern, wo sie unterkommen wollen. Die jedoch sind gar nicht sehr erfreut, wußten sie doch schon immer, daß das mit Jasons Job nicht gut gehen konnte, und Kinder können sie sowieso nicht ausstehen, auch nicht die eigenen Enkelkinder. „Schöne Aussichten“ also auf ein Leben quasi in der Hölle.

In dieser gespannten Atmosphäre kommt es zu einem Fast-Zusammenstoß mit einem Buggy, durch den das Auto fahruntüchtig beschädigt wird. David Lutz, der Fahrer des Buggy, merkt sehr schnell, daß die Hobarths nicht wissen wohin und lädt sie alle in sein nahegelegenes Haus ein. So steigen denn die fünf in den Buggy und beginnen ihre Reise ins Ungewisse, in ein Land und eine Welt, in der die Zeit anscheinend stehen geblieben ist, in der man - ohne Elektrizität, ohne Computer, iPod oder Telefon - auf sich selbst zurückgeworfen und damit gezwungen wird, sich mit den Problemen zu beschäftigen. Eine in mancherlei Hinsicht durchaus schmerzhafte Erfahrungsreise.

Im Folgenden treffen die beiden Weltsichten aufeinander. Jason und Meg wollen, solange sie bei den Lutzens sind, den Schein der auf der Kippe stehenden Ehe bewahren, und integrieren sich, so gut es geht; die drei Kinder zeigen ihre Unzufriedenheit mit der Situation offen. Rund zweihundertdreißig Seiten sind nicht genug, um ausführlichen Milieu- und Charakterbeschreibungen Platz zu bieten, und so empfand ich die ein oder andere Szene etwas skizzenhaft oder zu wenig umfangreich beschrieben, wobei letzteres allerdings meiner Vorliebe für ausführliche Schilderungen geschuldet sein könnte. Die Personen konnte ich mir allesamt gut vorstellen, wenngleich manche Nebenfiguren etwas blaß blieben. Das Grundthema - Aufeinanderprallen der beiden Welten - fand ich gut, nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. Hilfreich war sicherlich, daß ich einiges Vorwissen zur Lebensweise der Amish mitbringe und damit deutlich mehr wußte als die Hobarths, die recht unbedarft in ihr Abenteuer gestolpert sind. ;-) Ich vermute, wenn es nicht ein Weihnachtsbuch, sondern ein „normaler“ Roman wäre, hätte das Buch etliche Seiten mehr und dieser Kritikpunkt käme gar nicht erst aufs Tapet. Denn daß die Autorin gut recherchiert hat und weiß, wovon sie schreibt, merkt man der Geschichte an.

Wenn man etwas näher mit den Amish in Kontakt kommt, sei es persönlich, sei es „nur“ in Büchern, bleibt es auf die Dauer nicht aus, daß man von ihrer Lebensweise berührt wird und das eine oder andere der eigenen infrage stellt. So ging es, wie auf der Homepage nachzulesen, der Autorin selbst während ihren Recherchen, so geht es mir immer wieder beim Lesen, und so ergeht es auch den Hobarths. Wenngleich es bisweilen erst eines weiteren Unfalls bedarf, bis die harte Schale durchbrochen wird und der „Knoten platzt“, bei den Kindern jedenfalls.

Das Buch endet, wie der Titel nahelegt, an Weihnachten, und zwar mit einer Lösung, die sich am Anfang überhaupt nicht abzeichnete, im Verlauf des Buches wünschenswert, aber nicht durchführbar erschien. Mit Sicherheit nicht möglich wäre sowohl das Leben der Amish als auch die Lösung hier in Deutschland. Zu viele Vorschriften und Paragraphen stünden dem im Weg. In Amerika jedoch ist das, zumindest vom Rechtlichen her, kein Problem. So hat man die häßlichen wie die guten Seiten des „American Dream“ der Freiheit in diesem Buch vereint, die Risiken wie auch die Chancen, die gleichermaßen geboten werden. Ich habe mich während der letzten Seiten mehrfach gefragt, ob es in „good old Europe“ vielleicht um manches besser aussähe, wenn dieser Mut zur Freiheit hier etwas stärker entwickelt wäre. Aber das ist wohl eine ziemlich hypothetische Frage.

Ich jedenfalls freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

 

Mein Fazit

Die Hobarths verlieren durch die Wirtschaftskrise und eine Fehlspekulation ihre Existenz und müssen ihr bisheriges Leben aufgeben. Nach einem Unfall kurz vor Weihnachten bei einer Amischfamilie gestrandet, gibt es Zeit und Gelegenheit, sich über Vergangenheit wie Zukunft, so es denn eine für die Familie gibt, klar zu werden. Ein etwas anderes Weihnachtsbuch.

 

Über die Autorin

Cynthia Keller lebt mit Ehemann und zwei Kindern in Connecticut.

Sinngemäße Übersetzung und bibliographische Angaben

Sinngemäße Übersetzung (aus dem Kontext): * = Alles, was sie sicher wußte, war, daß das Leben dieser Menschen weitaus komplexer war, als ihr bewußt war.

Gelesen habe ich die Originalausgabe:
An Amish Christmas. 243 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Ballantine (Randomhouse) New York 2010. ISBN 9780345523785
Auf Deutsch erschienen unter dem Titel "Das Weihnachtswunder"
253 Seiten, kartoniert. Weltbild Verlag, Augsburg, 2011. ISBN 9783868007794

Ursprünglich geschrieben (und hier nahezu unverändert wiedergegeben) am 28. Dezember 2010

 

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Austin, Lynn: Fionas Geheimnisse

“So etwas wie von vorne anfangen gibt es nicht“, sagte Eleanor mit tonloser Stimme. „Das ist ein Märchen. Wir können unserer Vergangenheit nicht entfliehen. Sie folgt uns, wohin wir auch gehen. Alles, was unsere Eltern getan haben und ihre Eltern vor ihnen - es verfolgt uns und wir können ihm nicht entfliehen." (Seite 201)

Cover: Fionas GeheimnisseZum Inhalt

Vor langer Zeit kehrte Kathleen ihrem Zuhause den Rücken zu, fest entschlossen, niemals zurückzuschauen. Fernab ihrer Heimat hoffte sie, ihre Scham über die Armut und die kriminellen Machenschaften der Familie abschütteln zu können.
Als Kathleen 35 Jahre später eine Einladung ihrer Schwester erhält, nimmt sie nur zögernd an. Mit ihrer Tochter Joelle im Schlepptau macht sie sich auf den Weg in ihre verschlafene Heimatstadt. Eigentlich soll der Ausflug die zerrüttete Beziehung zwischen Mutter und Tochter kitten. Doch die beiden tauchen ein in ihre bewegte Familiengeschichte und stoßen auf dunkle Geheimnisse.
Da ist Eleanor, Kathleens Mutter, die einmal so lebensfroh war. Kann ihre herzzerreißende Geschichte Licht in das Dunkel bringen? Und da ist Fiona, ihre Großmutter. Was hat es mit dieser rätselumwobenen Person auf sich? Schließlich muß Kathleen sich entscheiden: Vergeben oder Vergessen?

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Lodge, Hillary Manton: Ganz einfach Sara

Vielleicht waren die Englischen in manchen Punkten gar nicht so anders als die Amisch. (Seite 187)

 

Cover: Ganz einfach SaraZum Inhalt

Sara Burkholder hat ihrer Amischgemeinschaft den Rücken gekehrt. Sie sehnt sich nach Farbe in ihrem Leben, nach Abwechslung, will endlich richtig leben. Tatsächlich scheint der Neuanfang zu glücken. Sara findet eine Anstellung in einer Buchhandlung, holt ihren Schulabschluß nach, lernt Autofahren und ergattert einen Studienplatz für Modedesign. All ihre Träume scheinen sich zu erfüllen. Doch nach und nach ziehen am Horizont erste Gewitterwolken auf. Ihr Chef kann sie anscheinend nicht ausstehen und auch das Studium gestaltet sich schwieriger als erwartet. Bald bricht Saras heile neue Welt auseinander. Und sie muß sich fragen: Wer ist sie wirklich? Das Amischmädchen, die aufstrebende Modedesignerin oder doch ganz einfach Sara?

 

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Rivers, Francine: ... der die Schuld vergibt

Cover: der die Schuld vergibtZum Inhalt

In einer kalten Januarnacht wird eine junge Studentin auf dem Weg zum Studentenwohnheim überfallen und vergewaltigt. Der Täter entkommt. Dynah wird schwanger.
Eine Welt bricht für sie zusammen. Was tun mit diesem Kind, dem ungewollten Ergebnis eines Verbrechens? Wird ihr christliches Elternhaus sie durch diese Krise tragen? Oder ihr Verlobter? Die christliche Privatuniversität, an der sie studiert? Werden die Anti-Abtreibungsparolen, die sie lernte, halten? Haben nicht doch die anderen recht, zumal der Arzt ohne Nachzudenken Abtreibung als die einzig mögliche Handlungsweise hinstellt?
Abrupt aus ihrem wohlbehüteten Dasein herausgerissen, erlebt und erleidet Dynah den Unterschied zwischen Theorie und Praxis, zwischen raschen Beteuerungen und der Realität. Ist Gott auch in dieser Katastrophe da?
Packend und einfühlsam schildert Francine Rivers in diesem Roman die Problematik um Abtreibung, Schuld, Vergebung und Ja zum Leben. Ein Buch, das Mut machen will.

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Blackstock, Terri: Falsche Wahl (Cape Refuge 3)

Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut. Er ist gegen die Fürsten und Gewalten.* (Seite 277)

 

Cover: Falsche WahlZum Inhalt

Kurz vor einer Debatte der Bürgermeisterkandidaten verschwindet die Gattin eines derselben spurlos, um einige Tage später tot aufgefunden zu werden. Die Indizien deuten auf den Ehemann als Täter hin, doch bald ergeben sich weitere Spuren.
Während Cade, der Polizeichef, in mühsamer Kleinarbeit versucht, den Fall, der immer weitere Kreise zieht, zu lösen, setzt auch Blair Owens, inzwischen Herausgeberin der örtlichen Zeitung, ihre Recherchefähigkeiten ein. Damit gefährdet sie die noch brüchige Beziehung zu Cade. Aber kann man bei dem sich auftuenden Abgrund auf solche persönlichen Belange Rücksicht nehmen?

 

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Blackstock, Terri: Gefährliche Zuflucht (Cape Refuge 1)

Blair, die wichtigere Frage ist, was ist, wenn du dich irrst? (Seite 82)

 

Cover: Gefährliche ZufluchtZum Inhalt

Eine kleine Insel vor Georgia wird vom Doppelmord an Thelma und Wayne Owen erschüttert. Völlig geschockt sind die beiden Töchter Morgan und Blair, als auch noch Jonathan - Morgans Mann - unter Mordverdacht verhaftet wird. Cade, der Polizeichef, fühlt sich dabei zwar nicht sehr wohl, da Jonathan sein Freund ist, aber er meint, keine andere Wahl zu haben. Die Owens führten eine kleine Pension, in der hilfsbedürftige Menschen, von entlassenen Strafgefangenen bis zu solchen mit beginnendem Alzheimer, lebten. Dieses Haus ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge.
Morgan und Blair wollen herausfinden, weshalb ihre Eltern sterben mußten. Im Zuge dessen tauchen plötzlich alte Geheimnisse aus der Versenkung auf, die die Sache noch verkomplizieren. Nichts ist so, wie es scheint. Und dann nehmen sie noch Sadie, eine junge Ausreißerin auf, die verletzt in [i]Cape Refuge[/i] auftaucht. Je mehr Fäden entworren werden, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird es. Bis sich die Ereignisse schließlich in einer Explosion entladen ...

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